Quartalsbilanzen : Gewinne der Dax-Konzerne steigen auf Rekordwert

Die Dax-Konzerne haben ihre Kosten deutlich gesenkt. Deshalb konnten sie ihre Gewinne zuletzt steigern, obwohl sie weniger umgesetzt haben.

Die Dax-Konzerne haben einen geringen Umsatz gemacht - und dennoch mehr Gewinne.
Die Dax-Konzerne haben einen geringen Umsatz gemacht - und dennoch mehr Gewinne.Foto: Reuters

Der starke Euro hat Spuren in den Quartalsbilanzen der deutschen Großkonzerne hinterlassen. Weil die Dax-Unternehmen auf die Kostenbremse traten, stieg der operative Gewinn jedoch auf einen Rekordwert. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young) hervor. Der Konflikt mit Russland um die Ukraine schlug sich den Angaben zufolge in der Bilanz der meisten Konzerne in diesem Quartal noch nicht nieder.

Die Studie zeigt, dass die Erlöse der Börsenschwergewichte – ohne Banken – gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent auf zusammengerechnet 303 Milliarden Euro sanken. Der operative Gewinn (Ebit) aller 30 Dax-Konzerne stieg dagegen um sieben Prozent auf insgesamt 29,0 Milliarden Euro – ein Rekord in einem zweiten Vierteljahr.

Viele Dax-Konzerne haben weniger Umsatz gemacht

Jeder zweite Dax-Konzern musste Umsatzeinbußen hinnehmen – darunter Schwergewichte wie Volkswagen, Siemens und die Energieversorger, wie aus der Studie hervorgeht. Den mit Abstand höchsten Umsatz erzielte dennoch Volkswagen (51 Milliarden Euro), gefolgt von Daimler und Eon.

Massive Einbußen beim operativen Gewinn verzeichneten vor allem die unter der Energiewende leidenden Versorger Eon und RWE.

Die Spannungen mit Moskau sorgen für Verunsicherung

Die Folgen des Konfliktes mit Russland dürften sich derzeit noch in Grenzen halten, sagte EY-Partner Thomas Harms. „Die Einbußen in dieser Region können zumeist durch die relativ gute Entwicklung in anderen Märkten mehr als ausgeglichen werden.“ Die Spannungen mit Moskau sorgten allerdings für Verunsicherung bei den Unternehmen, das bremse die Bereitschaft zu Investitionen, sagte Harms: „Bei einer Ausweitung der Kampfhandlungen und einer weiteren Verschärfung von Sanktionen könnte es zu massiven Einbußen für die deutsche Wirtschaft kommen.“ Weil sich die Konjunkturaussichten eingetrübt haben, erwartet Harms, dass die Unternehmen ihre Sparanstrengungen verschärfen könnten.

Trotz der Kostensenkungen erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter bei den Dax-Konzernen von April bis Juni insgesamt um 2,5 Prozent auf 3,73 Millionen Beschäftigte. dpa

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