Quartalsergebnis : Hypo Real Estate meldet rote Zahlen

Der vor der Verstaatlichung stehende Staats- und Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) hat im ersten Quartal erneut rote Zahlen geschrieben.

MünchenDen Verlust vor Steuern gab die Bank mit 406 Millionen Euro an. Unter dem Strich schrieb die HRE von Januar bis März 382 Millionen Euro Verlust. Im Vorjahr hatte die HRE in diesem Zeitraum noch einen Vorsteuergewinn von 190 Millionen Euro erzielt. Im Zuge der Lehman-Pleite geriet das Institut im zweiten Halbjahr 2008 allerdings tief in die roten Zahlen. und verlor auf das Gesamtjahr gesehen fünf Milliarden Euro.

Die Neuausrichtung der Bank komme aber voran, betonte Vorstandschef Axel Wieandt. Im ersten Quartal habe die Bank wieder Neugeschäft bei Immobilienfinanzierungen in einem Volumen von 600 Millionen Euro gemacht. Im vergangenen Jahr war das Neugeschäft zeitweise zum Erliegen gekommen, weil viele eine Pleite der Hypo Real Estate befürchteten. Um diese zu vermeiden, erhielt der Konzern Garantien über 102 Milliarden Euro überwiegend vom Staat. Da der Staat die HRE als "systemrelevant" einstuft, darf sie nicht pleitegehen.

Inzwischen will der Staat den Immobilienfinanzierer verstaatlichen. Das Übernahmeangebot an die Aktionäre endete am Montag. Bis zum frühen Abend war der Staat in den Besitz von 32,28 Prozent der Aktien gelangt, besitzt also zusammen mit seinem Anteil 41 Prozent. er muss jedoch auf mindestens 50 Prozent kommen. Die endgültige Annahmequote will der Banken-Rettungsfonds Soffin am Donnerstag bekannt geben. Dann wird sich auch entscheiden, was mit den Anteilen der Betroffenen wie dem Großaktionär J.C. Flowers geschieht, die nicht verkaufen wollten. Sie sollen aus dem Unternehmen gedrängt werden, damit der Staat die Entscheidungsgewalt hat. (sp/dpa)


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