Quartalszahlen : Amazon wächst Börsianern zu langsam

Der Internethändler Amazon hat im Weihnachtsgeschäft weltweit mehr Umsätze als im Vorjahr gemacht. Doch den Anlegern reicht das nicht.

Der Internethändler Amazon legte seine Zahlen für das letzte Quartal 2013 vor.
Der Internethändler Amazon legte seine Zahlen für das letzte Quartal 2013 vor.Foto: Reuters

Trotz einer deutlichen Zunahme der Bestellungen zur Weihnachtszeit strafen die Anleger den Internethändler Amazon ab. Die Nummer eins der Branche wuchs ihnen im vergangenen Quartal zu langsam. Die Aktie brach nach der Vorlage der Geschäftszahlen am Donnerstag nachbörslich um zeitweise mehr als 10 Prozent ein. Zuletzt lag der Verlust noch bei 5 Prozent.

Im Schlussquartal setzte Amazon 25,6 Milliarden Dollar (18,9 Mrd Euro) um, wie das Unternehmen am Sitz in Seattle mitteilte. Das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem Zuwachs im restlichen Jahr war dies jedoch schwach. Der Gewinn verdoppelte sich auf unterm Strich 239 Millionen Dollar.

Das Schlussquartal mit dem Weihnachtsgeschäft ist besonders wichtig für Einzelhändler. Im Falle von Amazon steht es für ein Drittel des gesamten Jahresumsatzes und fast den gesamten Gewinn.

Amazon investiert in neue Produkte

Dass der Gewinn bei Amazon angesichts des hohen Umsatzes so mager ausfällt, liegt an den hohen Investitionen, die Konzernchef Jeff Bezos in neue Produkte wie den Tablet-Computer Kindle Fire oder in Versandzentren macht. Er will zunächst Marktanteile gewinnen und später verdienen. Im Jahr 2012 hatte Amazon sogar einen Verlust von 39 Millionen Dollar in Kauf genommen, für 2013 wies das Unternehmen einen Gewinn von 274 Millionen Dollar aus.

Mittlerweile arbeiten weltweit mehr als 117 000 Menschen für Amazon, dabei sind befristete Beschäftigte und Leiharbeiter noch nicht einmal mitgezählt. Vor einem Jahr waren es erst gut 88 000 Leute. In deutschen Versandzentren gibt es einen Tarifstreit, der mehrfach zu Streiks führte.

Zu den größten Rivalen von Amazon zählen der Internet-Handelsspezialist Ebay und der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart. Im Heimatmarkt USA buhlen Amazon und Ebay mit einer Lieferung binnen einer Stunde oder einer Sonntagszustellung um die Gunst der Kunden. (dpa)

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