Quartalszahlen : Börsianer von RWE enttäuscht

Der geplante Börsengang der US-Tochter American Water liegt erst mal auf Eis. Im Lichte de Hypothekenkrise sieht RWE keine Chance auf einen fairen Preis. Das enttäuscht die Börse, obwohl der Konzern gute Zahlen vorlegte.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten als Folge der Immobilien- und Kreditkrise in den USA erreichen nun auch den Versorger RWE: Der Konzern verschob seinen ursprünglich für dieses Jahr geplanten milliardenschweren Börsengang seiner amerikanischen Wassertochter American Water. Man geht aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen am US-Kapitalmarkt RWE nicht davon aus, dass ein "fairer" Wert für die Tochter erzielt werden kann.

Die RWE-Aktionäre müssen sich nun auf eine geringere Dividende als bisher geplant einstellen, da die Essener den Erlös aus dem Börsengang ausschütten wollten. Einen Aktienrückkauf sowie eine höhere Ausschüttungsquote werde es nun nicht geben, hieß es.

Börsenpläne für American Water bleiben bestehen

Ursprünglich wollte RWE die Mehrheit der Gesellschaft bis zum Jahresende an die Börse bringen und damit seine Konzentration auf das Kerngeschäft abschließen. "Es ist weiterhin geplant, American Water an die Börse zu bringen", sagte eine Sprecherin. Einen neuen Zeitplan gebe es nicht. Anleger reagierten laut Börsenhändlern enttäuscht. Der Kurs des Dax-Wertes RWE rutschte zeitweilig um 5,51 Prozent auf 89,15 Euro ab, währende der Deutsche Aktienindex (Dax) leicht im Plus lag.

In den ersten neun Monaten verbuchte der Energiekonzern einen deutlichen Ergebnisschub. Der Betriebsgewinn kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,5 Prozent auf 5,83 Milliarden Euro. Der Überschuss erhöhte sich um 35,1 Prozent auf 2,83 Milliarden Euro, während der Umsatz von 32,24 Milliarden auf 31,5 Milliarden Euro zurückging. Das Gewinnplus erklärte die Gesellschaft mit Zuwächsen seiner Stromerzeugungssparte, wodurch Belastungen durch den Ausfall des Kernkraftwerks Biblis sowie die Netzregulierung ausgeglichen wurden.

Für 2007 insgesamt stellte der neue RWE-Chef Jürgen Großmann unverändert einen Zuwachs beim Betriebsgewinn von 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Da American Water nun doch in die Bilanz mit einfließen wird, rechnet die Gesellschaft mit einem Jahresumsatz, der leicht über dem Vorjahreswert von 44,3 Milliarden Euro liegen wird. (mit dpa)

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