Quartalszahlen : Medikamente stärken Bayer

Der Konzern macht mehr Erlöse mit Pharma- und Gesundheitsprodukten, weniger mit Kunststoff und Agrar. Zum Geschäft trägt auch das Berliner Teilunternehmen Bayer Schering Pharma einen großen Teil bei.

Kevin P. Hoffmann
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Runde Sache. Bayer stellt Läusevernichter und Lacke her. Aber nur mit Medikamenten verdient der Konzern noch gutes Geld. Foto: ddpddp

Berlin - Der Bayer-Konzern wird verändert aus der Krise hervorgehen. Das ist am Dienstag bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal deutlich geworden. Das relativ konjunkturunabhängige Geschäft mit Medikamenten und Gesundheitsartikeln (Health Care) wächst und machte in den ersten neun Monaten des Jahres erstmals mehr als die Hälfte (50,8 Prozent) des Bayer-Umsatzes aus. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatten diese Geschäftsteile zusammen nur einen Anteil von 45,1 Prozent beigesteuert. Zum Geschäft trägt auch das Berliner Teilunternehmen Bayer Schering Pharma einen großen Teil bei. Die Sparte Kunststoffe (Material Science) schrumpfte dagegen deutlich, der Anteil des Agrargeschäfts (Crop Science) blieb stabil.

Für den Konzern als Ganzes erklärte dessen Chef Werner Wenning, der sein Amt zum Oktober 2010 abgibt, die Krise für beendet. „Wir sind sehr zufrieden, die Trendwende geschafft zu haben, obwohl viele Branchen noch unter der Wirtschaftskrise leiden“, sagte er am Dienstag in Leverkusen bei einer Telefonkonferenz. Er begründete dies damit, dass Bayer von Juli bis September vor Steuern insgesamt 1,5 Milliarden Euro verdient hat, das waren immerhin 0,3 Prozent mehr als im dritten Quartal 2008. Nach Steuern allerdings sank das Ergebnis um gut zehn Prozent auf 249 Millionen Euro. Auch der Umsatz fiel im dritten Quartal um sieben Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Seine Prognose für das Gesamtjahr veränderte Wenning nicht. Man wolle im Gesamtjahr weiter 31 bis 32 Milliarden Euro umsetzen. Der Rückgang des Ergebnisses vor Sondereinflüssen solle auf fünf Prozent begrenzt werden.

Die Börsenhändler mochten Wennings Optimismus zunächst nicht teilen: Die Bayer-Aktie fiel am Vormittag deutlich, notierte am späten Nachmittag aber um 1,4 Prozent fester bei 48,40 Euro. Analysten waren von den nackten Zahlen eher enttäuscht, hielten dem Konzern aber zugute, dass in dem Bericht recht viele Sondereffekte enthalten sind, die das Ergebnis nur einmalig belasten dürften.

Für den Umsatz- und Gewinnsprung in der Gesundheitssparte ist vor allem das Krebsmedikament Nexavar verantwortlich, mit dem Bayer im dritten Quartal 33 Prozent mehr umsetzte als im Vorjahreszeitraum: jetzt 161 Millionen Euro. Größter Umsatzbringer blieben aber die Antibabypillen rund um das Produkt Yasmin. Dort steigerte der Konzern den weltweiten Umsatz um knapp vier Prozent auf 320 Millionen Euro. Die Bedeutung von Aspirin, Bayers bekanntestem Produkt, dagegen sank. Mit der Schmerztablette erlöste Bayer 99 Millionen Euro, fast sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Besonders gut lief das Pharmageschäft für Bayer zuletzt in Asien und Lateinamerika, teilte der Konzern weiter mit.

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