Quartalszahlen : Siemens-Chef Löscher für 2009 optimistisch

Einerseits will Siemens weltweit rund 17.000 Arbeitsplätze abbauen. Andererseits laufen die Geschäfte so gut wie erwartet - und im kommenden Geschäftsjahr sollen sie noch besser laufen. Für die Anleger ist das ein Grund zuzuschlagen.

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Peter Löscher -Foto: dpa

MünchenDer Technologiekonzern Siemens stellt sich nach dem Konzernumbau und operativen Fortschritten im dritten Quartal auf eine zunehmende Konjunkturabschwächung ein. Er rechne mit einer "abflachenden Wachstumsdynamik auch im Auftragseingang“, sagte Konzernchef Peter Löscher am Mittwoch in München.

Löscher sieht das Unternehmen aber dennoch auf einem guten Weg. "Wir haben unseren eingeschlagenen Kurs im dritten Quartal bei erhöhter Schlagzahl konsequent fortgesetzt." Beim geplanten Abbau von weltweit fast 17.000 Arbeitsplätzen strebt der Konzern weiter eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern bis Ende August an. Die dadurch erwarteten "erheblichen Aufwendungen" noch im vierten Quartal 2007/08 verbuchen zu können. Das Geschäftsjahr bei Siemens endet zum 30. September.

Guter Ausblick trotz schwierger Lage

Erstmals gab Löscher einen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr. Dabei stellt sich der Konzern auf schwächere weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen ein. "Die Wachstumsstory von Siemens bleibt intakt", betonte der Siemens-Chef aber. Demnach will der Konzern 2009 ein operatives Ergebnis von acht bis 8,5 Milliarden Euro erreichen. Vergleichbar gerechnet lag dieses Ergebnis im Geschäftsjahr 2006/07 nach Unternehmensangaben bei rund 6,7 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte Siemens auf dieser Basis rund fünf Milliarden Euro.

Der operative Gewinn der drei Sektoren Industrie, Energie und Medizintechnik kletterte um 33 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro. Nach Steuern lag der Gewinn dagegen nur noch bei 1,42 Milliarden Euro, nach 2,07 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damals war der Überschuss unter anderem durch die Einbringung großer Teile der Kommunikationssparte in das Joint Venture Nokia Siemens Networks aufpoliert worden. Der Umsatz des Konzerns legte im dritten Quartal auf bereinigter Basis um zehn Prozent auf 19,182 Milliarden Euro zu.

An der Börse in Frankfurt überzeugte Siemens die Anleger mit seinen Zahlen. Das Papier legte im Handelsverlauf rund fünf Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im Deutschen Aktienindex Dax. (sf/dpa)

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