Quartalszahlen : Telekom findet wieder Anschluss

Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal deutlich schwarze Zahlen geschrieben. Unterm Strich verdiente der Konzern 767 Millionen Euro nach einem Verlust von mehr als einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Teletrio. Finanzvorstand Timotheus Höttges, Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Lehner und Telekom-Chef Rene Obermann (von links).
Das Teletrio. Finanzvorstand Timotheus Höttges, Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Lehner und Telekom-Chef Rene Obermann (von...Foto: dpa

Bonn Vor einem Jahr hatten hohe Abschreibungen auf die Mobilfunktochter in Großbritannien die Telekom in die roten Zahlen gedrückt. „Wir sind gut und mit Schwung in dieses Jahr gestartet“, stellte Telekom-Chef René Obermann fest. Das operative Geschäft habe sich weiter stabilisiert und in einigen Bereichen wie im deutschen Mobilfunkgeschäft verbessert; gleichzeitig seien wichtige Schritte der neuen Strategie umgesetzt worden. Der Telekom-Chef will sich die starke Nachfrage nach mobilem Internet, Breitband und IT-Dienstleistungen zunutze machen und die Umsätze in den nächsten Jahren steigern. Sorgenkind bleibt das US-Geschäft. Mit der Kundenentwicklung bei T-Mobile USA sei er nicht zufrieden, betonte Obermann.

Insgesamt konnte die Telekom die Umsätze mit einem Rückgang von 0,6 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro praktisch stabil halten. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 1,6 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Die Telekom-Tochter T-Mobile USA verlor erneut Mobilfunkkunden an die Konkurrenz. Die Telekom hinkte lange mit ihrem Netzausbau hinterher und hofft nun, mit dem Ausbau des 3-G-Netzes und neuen Smartphones Kunden zu gewinnen. Die US-Tochter habe im ersten Quartal einen Nettogewinn von 362 Millionen Dollar (Vorjahr: 322 Millionen) abgeworfen. In Euro dagegen gingen Umsatz und Gewinn zurück.

In Deutschland konnte die Telekom den Umsatzrückgang dank des starken Mobilfunkgeschäfts abschwächen. Im Festnetzgeschäft verlor der Ex-Monopolist zwar noch 372 000 Anschlüsse, gleichzeitig hielt die Telekom aber den Marktanteil im Breitbandgeschäft mit 46 Prozent stabil. Bis 2012 will Obermann die Umsätze hierzulande insgesamt stabilisieren.

Gespart hat die Telekom im ersten Quartal 339 Millionen Euro, davon 41 Millionen Euro in Deutschland. Bis 2012 sollen die Kosten nach Obermanns Plänen konzernweit um 4,2 Milliarden Euro gesenkt werden. Das kostet auch Arbeitsplätze. Ende März beschäftigte die Telekom noch rund 258 000 (Vorjahr: 261 000) Mitarbeiter, davon etwa 128 000 (Vorjahr: 131 000) in Deutschland. Die Börse reagierte auf die neuesten Zahlen positiv. Am Mittwoch legte die Telekom-Aktie um fast drei Prozent zu, am Donnerstag ging es nochmal 1,6 Prozent nach oben. dpa

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