Quartalszahlen : Telekom überrascht mit steigenden Gewinnen

Die Deutsche Telekom bleibt bislang von der Finanzkrise verschont. Überraschend konnte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal sein Ergebnis steigern. Trotz vieler Neukunden in der Mobilfunksparte muss deren Chef gehen.

Berlin/BonnDie Nummer eins der europäischen Telekommunikationskonzerne, die Deutsche Telekom, ist bislang von der Finanzkrise verschont geblieben. Überraschend hat das Bonner Unternehmen im abgelaufenen Quartal ihr Ergebnis steigern können. "Wir haben auch im dritten Quartal operativ sehr gute Fortschritte gemacht und sind auf dem besten Weg, unsere Ziele für 2008 zu erreichen", erklärte Vorstandschef René Obermann am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal. Das Unternehmen sei finanztechniscch stabil aufgestellt und verfüge über gute Bilanzrelationen, so Obermann weiter.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte wegen Kosteneinsparungen um 2,4 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zu, teilte der Konzern mit. Nach Steuern verdiente der Konzern 895 Millionen Euro - und damit fast dreimal so viel wie im Vorjahresquartal.

Humm übernimmt Verantwortung für Datendiebstahl

Der bereinigte Überschuss stieg im dritten Quartal überraschend von 1,06 Milliarden auf 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz ging unterdessen um 1,5 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro zurück. Die Telekom bestätigte die Prognose eines bereinigten Ebitda von rund 19,3 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Für 2009 rechnet das Unternehmen mit einem stabilen bis leicht steigenden Ebitda. Der Wert werde vor allem von Effizienzsteigerungen, Prozessoptimierungen und Kostensenkungen positiv beeinflusst, teilte das Unternehmen weiter mit.

Die Mobilfunk-Tochter T-Mobile gewann den Angaben zufolge 1,2 Millionen Neukunden im dritten Quartal hinzu. Dennoch wird der Chef der Sparte ausgetauscht: Als Folge des Datendiebstahls bei T-Mobile tritt Deutschland-Chef Philipp Humm als Sprecher der Geschäftsführung der Telekom-Tochter zurück. Unabhängig von der rechtlichen Beurteilung übernehme er "die Verantwortung für die jüngsten Datenvorfälle und deren Aufarbeitung bei der T-Mobile Deutschland", hieß es. (nis/dpa/AFP)

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