Wirtschaft : Quelle steckt in der Konsumflaute

1997 fiel der Umsatz des Versandhauses erneut zurück FÜRTH (dpa/Tsp).Mit einer Produkt-, Service- und Preisoffensive will Deutschlands führendes Versandunternehmen Quelle nach neuerlichen Einbußen im vergangenen Jahr mehr Kunden gewinnen.Eine mäßige Inlandsnachfrage drückte den Umsatz der Gruppe im Geschäftsjahr 1997 (31.Januar) - zum fünften Mal in Folge - nach vorläufigen Berechnungen um rund ein Prozent auf 11,9 Mrd.DM.Das Stammgeschäft in Deutschland sei von einem "dauerhaft konsumunfreundlichen Umfeld" beeinflußt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Quelle Schickedanz AG & Co., Steffen Stremme, bei der Vorlage der Geschäftszahlen des Fürther Unternehmens am Freitag.Einen Lichtblick gab es dennoch: Der Spezialversand und das Auslandsgeschäft legten zu.Neuen Schub könnte Quelle zudem erhalten, sollte die Muttergesellschaft Schickedanz grünes Licht für die Beteiligung an Karstadt erhalten.Zu Karstadt zählt das Versandhaus Neckermann.Laut Stremme sank der Umsatz im Inland um ein Prozent auf 6,9 Mrd.DM.Damit liege der Quelle-Versand aber noch besser als die gesamte Branche mit Einbußen von 2,5 Prozent und bleibe klarer Marktführer, berichtete Stremme.Das Unternehmen habe seine internen Strukturen hin zu mehr Kundenorientierung und Teamarbeit verändert, um auf dem hart umkämpften Markt schneller und flexibler zu werden.Zuwächse im Ausland und beim Spezialversand bestätigten unterdessen nach Stremmes Worten die Strategie, die Gruppe stärker zu spezialisieren und zu internationalisieren.Der Spezialversand expandierte um acht Prozent auf über 1,1 Mrd.DM Umsatz.Die unter dem Dach der Mercatura Holding GmbH zusammengefaßten Gesellschaften clinic+job dress (Bramsche), Bragard (Epinal/Frankreich) und Walter (Westerheim) wuchsen als führende europäische Anbieter für Berufsbekleidung um vier Prozent auf 178 Mill.DM.Quelle erwarb zu Jahresbeginn außerdem 51 Prozent an der DK-Gruppe (Osnabrück), dem drittgrößten europäischen Unternehmen dieser Sparte.Auch die Modeversandunternehmen Madeleine (Umsatz: 207 Mill.DM) und Elegance (162 Mill.DM) legten leicht zu.Dagegen blieb Peter Hahn erstmals seit 1987 mit 398 Mill.DM deutlich, nämlich um sechs Prozent, unter dem Vorjahresumsatz.Beim ehemaligen Universalversand Schöpflin, dessen Sortiment bereinigt wurde und der sich nun auf die Bereich Mode, Wäsche und Wohnen konzentriert, verminderte sich das Geschäftsvolumen wegen dieser Restrukturierung um elf Prozent auf 610 Mill.DM.Im Ausland baute die Gruppe ihren Umsatz um fünf Prozent auf 1,7 Mrd.DM aus.Zusammen mit dem Auslandsgeschäft der Spezialversender und dem Export waren es sogar rund zwei Mrd.DM.Bis auf Österreich steigerten alle elf Auslandsgesellschaften ihre Umsätze.Stremme sagte, das Wachstumspotential in Mittel- und Osteuropa solle noch besser genutzt werden.Auch in China stehe der Versandhandel vor einer aussichtsreichen Zukunft.Im Oktober hat Quelle deshalb in Shanghai den Versandbetrieb aufgenommen.Die Zahl der Arbeitsplätze nannte das Unternehmen nicht.Im Geschäftsjahr 1996 beschäftigte die Gruppe 27 100 Mitarbeiter.

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