Wirtschaft : QUELLE

Katalog auf Steuerzahlers Kosten

Das erste Exemplar geht an den edlen Spender. Stolz reckt der bayerische Landesvater Horst Seehofer (CSU) im Juli 2009 den frisch gedruckten Winterkatalog von Quelle in die Luft. Zu Recht, denn ohne staatliche Stütze des Bundes und der Länder Bayern und Sachsen hätten die Druckmaschinen stillgestanden. Heute wissen wir: Es war der letzte Katalog des fränkischen Versandhauses. Nach 82 Jahren wird Quelle nun abgewickelt. An der Politik liegt das nicht. Zwar verwehrte die große Koalition im Mai zunächst direkte Finanzspritzen für den Mutterkonzern Arcandor, aber als Quelle kurze Zeit später das Geld ausging, stand Vater Staat bereit. Der Quelle-Katalog, ein Stück deutsche Wirtschaftsgeschichte, sollte künstlich wiederbelebt werden. Über einen Massekredit flossen 50 Millionen Euro. Damit wurde der Katalog nicht direkt bezahlt, aber erst mit dem Steuergeld als Sicherheit gaben Banken und Druckereien grünes Licht. Die Hilfe war umsonst, doch das Geld ist nicht verloren. Der Kredit wird vorrangig aus der Insolvenzmasse bedient. „Wir zahlen definitiv zurück“, sagte der Sprecher der Insolvenzverwaltung. Laut Kreditvertrag bis Ende des Jahres. dcl

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