Wirtschaft : Rabatte für Rentner

Senioren können zahlreiche Sonderangebote nutzen – und billiger reisen, lernen, turnen oder essen

Sören Kittel

TROTZ RENTENREFORM: SO KOMMEN SIE GUT ÜBER DIE RUNDEN

Harte Zeiten für Rentner. Im nächsten Jahr werden ihre Renten nicht steigen. Und ab April sollen die Senioren dann auch noch die Beiträge zur Pflegeversicherung voll aus eigener Tasche zahlen. Zwischen 10 Euro und 21 Euro – je nach Rentenhöhe – liegen die Belastungen, die auf Deutschlands Rentner zukommen. Grund genug, nach Möglichkeiten zu suchen, wie man Geld sparen kann. Wer sich auskennt, wird belohnt: Rabatte für Rentner gibt es reichlich.

Bus und Bahn: Fast alle öffentlichen Verkehrsbetriebe in Deutschland bieten Rentnern Sondertarife an. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) geben Senioren auf Monats- und Jahreskarten einen 30-prozentigen Rabatt. Auch die Bundesbahn hat inzwischen wieder die „Bahncard Senior“ eingeführt. „Menschen über 60 zahlen seit August dieses Jahres nur noch die Hälfte für eine Bahncard 25, 50 oder 100“, sagt Bahn-Sprecherin Claudia Wachowitz.

Museen und Theater: In öffentlichen Einrichtungen wie Museen oder Theatern sind Pauschal-Ermäßigungen für Rentner dagegen zugunsten einer gezielten Unterstützung sozial Schwacher gestrichen worden. Nur das Konzerthaus Berlin räumt älteren Kunstfreunden noch Senioren-Ermäßigungen ein. Andere Häuser differenzieren nach Bedürftigkeit. „Wir geben Sozialhilfeempfängern einen Rabatt von 50 Prozent – egal, wie alt sie sind“, sagt Peter Schmeißer vom Deutschen Theater in Berlin.

Schwimmbäder: Auch öffentliche Bäder haben direkte Preisnachlässe für ihre älteren Besucher abgeschafft. Dennoch können Senioren beim Baden gehen sparen: Wer früh vor acht Uhr schwimmt, bezahlt einen geringeren Eintrittspreis. Erfahrungsgemäß sind das vor allem ältere Menschen. Auch bei den verbilligten Kinovorstellungen am Nachmittag sind Senioren deutlich überrepräsentiert.

Reisen: Hotels, Pensionen und Campingplätze locken in der Nebensaison mit Rabatten für Senioren. Auch einige Reiseveranstalter bieten vor allem im Winter spezielle Seniorenrabatte an. Urlauber über 55 sparen bei Neckermann zu 20 Prozent, wenn sie bestimmte Reiseziele (Salzburger Land, Lipno in Tschechien) buchen. Bei Tui gibt es Preisnachlässe für Langzeit-Urlauber: Wer etwa in der Türkei oder auf Mallorca acht Wochen lang überwintern will, zahlt für die Übernachtungen im Hotel im Verhältnis zu einem Kurzurlaub viel weniger. Vor Ort hat man sich meist schon auf die Zielgruppe vorbereitet und bietet ein speziell auf Senioren zugeschnittenes Programm.

Essen und Geselligkeit: Wer Menschen gleichen Alters treffen will, kann dies in speziellen Seniorenfreizeitstätten tun. Und gleichzeitig noch billig essen. Viele Seniorentreffs bieten älteren Bürgern einen preiswerten Mittagstisch an.

Volkshochschulen: Auch die Volkshochschulen (VHS) kommen Rentnern entgegen. Zwar gibt es keinen Pauschalabschlag bei den Kursgebühren, aber viele Volkshochschulen veranstalten spezielle Kurse für Senioren, die günstiger sind als die normalen Angebote. „Ein Kurs dauert meist 90 Minuten und kostet im Durchschnitt drei Euro für Senioren“, sagt Cornelia Raupach von der Volkshochschule Dresden: „Vor allem die Computerkurse sind oft ausgebucht“. Ebenfalls beliebt: spezielle Gymnastikkurse für ältere Leute („Fitness für Damen ab 50“, „Rheuma-Rückenschule“). Diese sind bis zu 40 Prozent billiger als die herkömmlichen VHS-Sportangebote. Auch Rentner, die gern reisen, sind bei der VHS gut aufgehoben: Viele Volkshochschulen veranstalten eigene Sprachkurse für Rentner.

Universitäten: Wem das VHS-Angebot nicht reicht, der kann sich auch an den Universitäten immatrikulieren. Als Gasthörer zahlt man eine geringere Bearbeitungsgebühr von rund 70 Euro und kann dann alle studentischen Einrichtungen wie Bibliothek und Mensa mitnutzen. In einigen Städten wie Berlin gibt es sogar kostenlose Senioren-Universitäten. Beim Verein „pro seniores“, der das Angebot in Berlin betreut, sind bereits knapp 1000 ältere Semester gemeldet, die das kostenlose Angebot nutzen. 80 Prozent sind Frauen.

Austausch: Dass all diese Bildungsangebote nicht ohne Früchte bleiben, beweist die Internetseite „ www.seniorenportal.de “. Wer Mitglied werden will, braucht nur einen Internetanschluss. Dann kann man chatten oder sich über spezielle Seniorenthemen informieren – auch über Rabatte.

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