Wirtschaft : Radeberger kündigt harte Sanierung an

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Berlin Deutschlands größter Bierbrauer, die Radeberger-Gruppe, will vor allem im Inland weitere Brauereien kaufen. Gleichzeitig kündigte Radeberger-Chef Ulrich Kallmeyer für den im Frühjahr übernommenen Getränkekonzern Brau und Brunnen „eine ganz harte Sanierung“ an, um die hohen Verluste zu stoppen. Vermutlich wird deshalb auch eine der Brauereien in Berlin geschlossen. Kallmeyer machte in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ dazu aber keine konkreten Angaben.

Radeberger sei in der neuen Formation mit Brau und Brunnen für Deutschland groß, international aber noch klein, sagte Kallmeyer weiter. Der Marktanteil von 15 Prozent reiche nicht. „Wir haben bei Radeberger eine Agenda 2008 aufgelegt, die „20 Prozent plus“ vorsieht. Denkbar sei sowohl der Kauf großer Marken als auch lokaler Brauereien. „In unser Konzept passen vor allem regionale Bierspezialitäten.“ Interessant seien Größenordnungen von 200 000 bis 500 000 Hektoliter.

Kallmeyer kündigte einen harten Sanierungskurs an. „Brau und Brunnen wird keine Beschäftigungsgesellschaft mehr sein, sondern Geld verdienen. Wir müssen den Konzern entschulden, Hierarchien und Stellen abbauen, Budgets kürzen“, sagte der Radeberger-Chef.

Der Bielefelder Lebensmittelkonzern Oetker, der sein Biergeschäft in der Radeberger-Gruppe (Radeberger, Schöfferhofer, Clausthaler) gebündelt hat, hatte Brau und Brunnen (Jever, Tucher, Berliner Pilsner, Sion Kölsch, Schlösser) für 360 Millionen Euro übernommen und stieg damit zum größten Bierbrauer Deutschlands auf. Kallmeyer will nun die Kosten um 20 Prozent senken und denkt dabei auch an die Schließung je einer Brauerei in Dortmund und Berlin. Er kündigte Gespräche mit den Betriebsräten für Januar an. „Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich regeln“, sagte er.

Im ersten Halbjahr 2004 hatte Brau und Brunnen starke Absatzeinbußen erlitten und rote Zahlen geschrieben. Der Verlust vergrößerte sich im Jahresvergleich um 2,7 Millionen Euro auf 3,8 Millionen Euro, der Umsatz um 8,9 Prozent auf 319 Millionen Euro. Der Konzern beschäftigte zuletzt 3000 Mitarbeiter, davon rund 700 in den Berliner Braustätten Kindl und Schultheiss. fo/dpa

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