RAG : Müller bleibt bis 2011

Ex-Wirtschaftsminister Müller bleibt bis 2011 Vorstand der RAG. Nach dem Börsengang soll Müller den so genannten "weißen Bereich" des Konzerns leiten.

Werner Müller
Werner Müller bleibt bis 2011 bei der RAG.Foto: ddp

Der Aufsichtsrat der RAG AG hat vorzeitig den Vertrag von Vorstandschef Werner Müller (61) bis Juni 2011 verlängert. Der frühere Bundeswirtschaftsminister hatte sein Amt beim Essener Industriekonzern vor vier Jahren angetreten. Der Vertrag war bis Juni 2008 datiert.

Müller soll nach dem geplanten Börsengang Mitte 2008 den so genannten weißen Bereich des Konzerns mit den Sparten Energie (Steag), Chemie (Degussa) und Immobilien (145.000 Wohnungen) weiter führen. Der Milliardenerlös aus dem Börsengang soll in die geplante Kohlestiftung fließen, die nach dem Auslauf des subventionierten Steinkohlenbergbaus ab 2018 die Altlasten decken soll.

Der Posten des Stiftungschefs ist noch offen. In Berlin wollten diesen Mittwoch Bund, die Kohle-Länder NRW und Saarland und die Gewerkschaften erneut versuchen, nach monatelangem Tauziehen um die Stiftungssatzung und den Vorsitz entscheidend voranzukommen.

Verschiedene Kandidaten für den Stiftungsvorsitz

RAG-Chef Müller hatte selbst Ambitionen auf den Stiftungsvorsitz, scheiterte aber vor allem am Widerstand des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU). In Medienberichten wurden bislang als weitere Kandidaten Eon-Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann, Ex-Metallgesellschafts-Chef Kajo Neukirchen und Ex-Steag-Chef Jochen Melchior gehandelt.

Bund, Länder und die Bergbaugewerkschaft IGBCE wollen bis Ende Juli die rechtlichen Voraussetzungen für den RAG-Börsengang schaffen. Bereits im August soll dann die Bundesregierung das Stiftungsmodell und das Gesetz zum Ausstieg aus der Steinkohle- Förderung beschließen.

Architekt der neuen RAG

Müller, unter Rot-Grün von 1998 bis 2002 parteiloser Wirtschaftsminister, gilt als Architekt des Börsengang- und Stiftungsmodells der RAG. Er hat den Konzern zur Börsenreife umgebaut und die vollständige Übernahme der Degussa AG vollzogen. Zuletzt präsentierte der gebürtige Essener eine Rekordbilanz mit rund einer Milliarde Euro Gewinn.

In den vergangenen drei Jahren hat sich die RAG von 480 Firmen mit rund 35.000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von rund 8 Milliarden Euro getrennt, darunter die Logistik, der Auslandsbergbau und die Informatik. (mit dpa)

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