• Rampl verlängert Vertrag als HVB-Chef Aufsichtsrat engagiert den Manager vorzeitig für weitere drei Jahre

Wirtschaft : Rampl verlängert Vertrag als HVB-Chef Aufsichtsrat engagiert den Manager vorzeitig für weitere drei Jahre

Dagmar Rosenfeld

Berlin - Dieter Rampl kann für weitere drei Jahre Vorstandssprecher der Hypo-Vereinsbank (HVB) bleiben. Der Aufsichtsrat habe Rampls Vertrag vorzeitig bis 2007 verlängert, erklärte eine HVB-Sprecherin am Freitag. Damit bestätigt sich, was Rampl bereits am Donnerstag bei der Päsentation der Zahlen für das zweite Quartal angekündigt hatte: Es werde keinen Umbau im Vorstand der Bank geben.

Nach wochenlangen Spekulationen um einen Wechsel in der Chefetage der Hypo-Vereinsbank und schlechte Quartalszahlen scheint sich nun alles zum Guten zu wenden: Das Ergebnis des zweiten Quartals war besser als von Analysten erwartet, die Aktie erholte sich und die HVB stellte klar, dass weder der Posten des Finanz-Chefs Wolfgang Sprißler noch der des Chefs für das Deutschland-Geschäft, Michael Mendel, zur Disposition stehen. „Das Bekenntnis zu Rampl und seinem Sanierungskurs ist der Versuch, endgültig wieder Ruhe in die Hypo-Vereinsbank zu bringen“, sagte Martin Peter, Analyst bei Independent Research dem Tagesspiegel. Dennoch sei die Personaldebatte damit nicht ausgestanden. „Dafür sind die Ergebnisse nicht ausreichend“, so Peter. Die Risikovorsorge sei mit 1,8 Milliarden Euro viel zu hoch und das für die HVB so wichtige Deutschlandgeschäft komme nicht in Schwung. „Vor allem wegen der Probleme auf dem deutschen Markt schafft es die HVB nicht, ihre Ertragsseite auszubauen“, sagte auch Sebastian Reuter, Analyst bei Helaba Trust. Deswegen wäre ein Wechsel an der Spitze des Deutschland-Ressorts, dem Herzstück der HVB, das richtigere Signal gewesen. Spätestens wenn die Zahlen fürs dritte Quartal vorgelegt werden und die Bank erneut unter ihren Zielvorgaben bleiben sollte, werde die Diskussion um die Besetzung des Vorstands erneut entbrennen, glaubt Reuter.

HVB-Chef Rampl gilt in Branchenkreisen als Mann fürs Grobe, als Aufräumer. Er übernahm Anfang 2003 die Führung der Hypo-Vereinsbank, die tief in der Krise steckte. „Damals brauchte man einen wie ihn“, sagt Analyst Martin Peter. Einen, der die Bank kennt, der auch die zweite und dritte Ebene erreichen kann und vor allem einen, der sich an schmerzhafte Maßnahmen traut. Rampl strich rund 4000 Stellen, verkaufte Beteiligungen wie etwa die Norisbank.

Im zweiten Quartal schaffte es die HVB dann auch, ihren Nettogewinn gegenüber dem Auftaktquartal auf 155 Millionen Euro zu verdreifachen. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Rampl. Aber ob er jetzt, wo es nicht mehr ums Organisatorische, sondern ums operative Geschäft geht, noch der richtige Mann ist, bezweifeln Analysten. „Ihm fehlen Visionen“, sagt Peter. Auch das angespannte Verhältnis zwischen Rampl und seinem Vorgänger Albrecht Schmidt, der an die Spitze des Aufsichtsrats wechselte, ist ein Problem. Immerhin war es Schmidt, der die Hypo-Vereinsbank in die Krise geführt hatte. Und Rampl musste radikal mit der Strategie seines Vorgängers brechen.

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