Wirtschaft : Ratgeber: Plastikgeld und Schecks sind die besten Reisebegleiter

Tom Schoenenberger

Auch wenn der Euro bald Realität wird: Wer seinen diesjährigen Sommerurlaub im Ausland verbringt, muss sich in den europäischen Nachbarländern um die passenden Reisezahlungsmittel kümmern. Mit Kreditkarte, Euroscheckkarte, Reiseschecks und Postsparbuch stehen verschiedene Alternativen zur Verfügung, von denen jedes Zahlungsmittel besondere Vorzüge und Nachteile hat.

Kreditkarte: Ob am Geldautomat, in Geschäften und Hotels oder bei der Autovermietung: Mit dem kleinen Plastikkärtchen lassen sich fast alle finanziellen Fragen im Ausland schnell und problemlos lösen. Bei Verlust oder Diebstahl haftet der Kunde bis zur Kartensperre meist mit maximal 100 Mark, danach trägt das Kartenunternehmen das Risiko. Allerdings hat der Service seinen Preis. Zu den Jahresgebühren kommt eine Provision von bis zu zwei Prozent des Umsatzes bei der Bargeldbeschaffung und bei der Zahlung in fremden Währungen. Zwar verlangen die meisten Anbieter innerhalb der Euroländer keine Devisenumtausch-Provision, vor der Reise sollte dieser Kostenpunkt aber nochmals geprüft werden.

Euroscheckkarte: Im europäischen Ausland können diejenigen, die keine Kreditkarte besitzen, auch mit der Euroscheckkarte an den meisten Geldautomaten Bargeld ziehen. Damit lassen sich die Jahresgebühren für eine Kreditkarte sparen. Die für die Nutzung ausländischer Geldautomaten berechneten Gebühren sind bei der Euroscheckkarte nur selten höher als bei Kreditkarten.

Reisescheck: Der Klassiker kann auch heute noch ein sinnvolles und sicheres Zahlungsmittel bei Reisen ins Ausland sein. Dies gilt vor allem für exotische Länder, in denen Kreditkarten nicht so häufig akzeptiert werden. Die Schecks können bei Banken erworben werden, wo der Gegenwert gleich am Kassenschalter eingezahlt werden muss. An Gebühren werden etwa ein Prozent der Summe beim Kauf sowie je nach Land etwa nochmals der gleiche Satz beim Einlösen des Schecks fällig. Weil der Scheck sowohl beim Kauf als auch beim Einlösen im Beisein des Bankangestellten unterschrieben werden muss, kann dieses Zahlungsmittel als recht sicher eingestuft werden. Bestehen bei der Einlösung Zweifel an der Identität des Besitzers, muss der Ausweis oder Reisepass vorgelegt werden. Bei Verlust oder Diebstahl können die Schecks sofort gesperrt werden.

Postsparbuch: Am billigsten ist es, bei der Postbank ein Sparkonto zu eröffnen und sich eine so genannte "Sparcard" aushändigen zu lassen. Mit Karte und Geheimzahl können dann auch Geldautomaten im Ausland genutzt werden. Die Postbank-Karte funktioniert an allen Geldautomaten, die das Visa-Zahlungssystem akzeptieren. Das Postsparbuch wird kostenlos geführt. Die ersten vier Abhebungen im Ausland sind gebührenfrei, danach werden pro Abhebung zehn Mark in Rechnung gestellt. Bei längeren Urlaubsreisen, auf denen öfter Bargeld benötigt wird, hilft folgender Trick: Wer das Geld auf zwei Postsparbücher verteilt, bekommt zwei Karten und kann insgesamt achtmal Geld zum Nulltarif am Automaten ziehen. Allerdings muss sich der Nutzer dann auch zwei verschiedene Geheimzahlen merken.

Bargeld: Abzuraten ist vom Mitnehmen größerer Summen in bar. Denn: Bei Karten, Reiseschecks und Postsparbuch gibt es wirksame Hürden gegen Missbrauch. Wenn jedoch Bargeld gestohlen wird, gibt es fast keine Chance, den Dieb zu erwischen. Experten empfehlen daher, Bargeld auf Reisen nur als Reserve für die ersten ein oder zwei Tage mitzunehmen. Eine weitere wichtige Sicherheitsvorkehrung besteht darin, die Liste mit den Telefonnummern für die Karten- und Schecksperrung getrennt von den jeweiligen Zahlungsmitteln aufzubewahren - so ist im Fall eines Diebstahls die rettende Telefonnummer schnell zur Hand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben