Ratingagentur : Moody's stuft mehrere Euro-Länder herab

Die US-Ratingagentur Moody's hat die Bonität von sechs Euro-Staaten herabgestuft. Deutschland ist nicht betroffen, aber Frankreich und Großbritannien droht neues Ungemach.

Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität mehrerer Euro-Länder herab.
Die Ratingagentur Moody's stuft die Bonität mehrerer Euro-Länder herab.Foto: AFP

Die US-Ratingagentur Moody's hat Frankreich, Großbritannien und Österreich mit einem Verlust ihrer Spitzenbonitäten gedroht. Der Ausblick für die Staaten sei auf "negativ" gesenkt worden, teilte die Agentur am Montag in Washington mit. Zudem senkte Moody's die Bewertungen für die Kreditwürdigkeit Italiens und Portugals erneut um jeweils eine Stufe sowie diejenige Spaniens um zwei Stufen.

Auch Slowenien, die Slowakei und Malta stufte Moody's weiter herab. Als Begründung gab die Agentur an, alle neun Länder seien durch die Eurokrise erheblichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Die schwachen wirtschaftlichen Aussichten bedrohten zudem die Umsetzung notwendiger Sparanstrengungen zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Mitte Januar hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor's Frankreich und Österreich die Bestnote aberkannt und die Länder um eine Note herabgestuft. Moody's gab kurze Zeit später an, seine Bewertungen planmäßig zu prüfen. Frankreich ist zusammen mit Deutschland Hauptgarantiegeber des Eurorettungsfonds EFSF. Eine verschlechterte Kreditwürdigkeit bedeutet in der Regel, dass Staaten höhere Zinsen für Kredite zahlen müssen oder Probleme bekommen, überhaupt an frisches Geld zu gelangen.

Dagegen ist Deutschlands Spitzenrating von Aaa bei Moody's derzeit nicht gefährdet, wie die Agentur ausdrücklich erklärte. Der Ausblick bleibt stabil. Ebenfalls unberührt bleibt nach einer gesonderten Erklärung vom
Dienstag der Rettungsfonds EFSF. Er hat bei Moody's weiterhin ein Spitzen-Rating mit einem stabilen Ausblick. Standard & Poor's dagegen hatte das Rating um eine Stufe gesenkt, was die Bemühungen um die
Stabilisierung der Eurozone erschweren könnte.

Bislang jedoch hielten sich die Auswirkungen der Rating-Abstufungen in Grenzen. Im Gegenteil: Manche Eurostaaten schafften es sogar in jüngerer Vergangenheit, sich zu günstigeren Konditionen Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Erst am Montag hatte die Verabschiedung des Sparpakets durch das griechische Parlament die Börsianer aufatmen lassen. (dpa/Reuters)

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