Reaktion der Bahn : "Wir lassen uns nicht erpressen"

Die Bahn will die Zähne zusammenbeißen und den kommenden 62-Stunden-Streik der Lokführer durchstehen. "Ein Nachgeben vor den Forderungen der GDL würde zu einem volkswirtschaftlichen Desaster führen", sagte Sprecherin Margret Suckale.

Markus Mechnich
Bahn Streiks
Die Bahn legt der GDL kein neues Angebot vor. Ab morgen werden für mehr als zwei Tage viele Züge still stehen. -Foto: AFP

Frankfurt"Es wird hart werden", daran ließ die Bahn bei ihrer heutigen Pressekonferenz keinen Zweifel. Dennoch ist die Entschlossenheit von Seiten des Unternehmens groß, nicht auf die Forderungen der Lokführergewerkschaft einzugehen. Suckale warf der Gewerkschaft der Lokführer vor, bei der Ablehnung des Angebots der Bahn das Urlaubsgeld und das 13. Monatsgehalt zu verschweigen. Daher sei es besser, als die GDL zugeben möchte. Die Bahn betonte die Verhandlungsbereitschaft auf der Grundlage des Moderationsergebnisses.

Im Vordergrund stehen bei der Bahn die Vorbereitungen auf den heute verkündeten 62-Stunden-Streik der Lokführer. Bahn-Transportvorstand Norbert Bensel machte klar, dass in Ostdeutschland nur eine Minimalversorgung im Güterverkehr möglich sei. Dort ist die Dichte der GDL-Mitgliedern unter den Lokführern so groß, dass beim letzten 48-Stunden-Streik bereits der Güterverkehr nahezu zum Erliegen kam. Daher habe man für den Güterverkehr eine Annahmestopp für Transporte von und nach Ostdeutschland beschlossen. Im Westen Deutschlands sei eine "Grundversorgung" möglich. Man sei mit den Kunden im ständigen Kontakt , um die Folgen für die Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Bensel sagte, dass die Lokführer ein "Delle im Wirtschaftswachstum" in Kauf nähmen um die Forderungen einer Einzelgruppe durchzusetzen. Sie würden den Standort Deutschland gefährden.

Notfahrplan ab Mittwoch

Für den Bereich der Personenbeförderung wird ein Notfahrplan erarbeitet, der am Mittwochnachmittag greifen soll. Im Fernverkehr sollen etwa zwei Drittel der Verbindungen gewährleistet werden können. Besonders stark betroffen sei der Intercity-Verkehr. Im Regionalverkehr strebt die Bahn an, etwa 50 Prozent der Verbindungen halten zu können. Der Vorstand für Personenverkehr, Karl-Friedrich Rausch, erklärte, der Servicebereich werde mit der Einstellung von 1000 Mitarbeitern deutlich gestärkt, um die vorhersehbaren Nachfragen der Kunden bearbeiten zu können. Die Service-Tochter DB-Dialog sei in de Call-Centern der Bahn bereit für den erwarteten Ansturm. Unter der kostenlosen Servicenummer 08000-996633 können Bahn-Kunden aktuelle Informationen zu geplanten Reisen, Ausweichmöglichkeiten und Erstattungsmöglichkeiten für bereits gekaufte Tickets erhalten.

Die GDL hatte zuvor den größten Arbeitskampf der Unternehmensgeschichte angekündigt. Er soll an diesem Mittwoch um 12 Uhr im Güterverkehr beginnen und von Donnerstag 2 Uhr an auf Nah- und Fernzüge sowie die S-Bahnen ausgeweitet werden. Enden sollen die Arbeitsniederlegungen am Samstagmorgen um 2 Uhr.

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