RECHTS Frage : an Gabriele Volmary Fachanwältin für Familienrecht

Wie wird die Rente geteilt?

an Gabriele Volmary
Gabrielle Volmary ist Fachanwältin für Familienrecht.
Gabrielle Volmary ist Fachanwältin für Familienrecht.Foto: Thilo Rückeis

Mein Mann und ich wollen uns nach 20-jähriger Ehe scheiden lassen, er arbeitet bei der Bank und verdient ganz gut, ich war lange zu Hause, um mich um die Kinder zu kümmern, und habe daher so gut wie keine Rentenansprüche. Mein Mann hat dagegen nicht nur einen Anspruch auf Rente, sondern bekommt später über seinen Arbeitgeber auch noch eine Firmenrente und hat einen Riester-Vertrag. Was bekomme ich davon ab, und wie geht das? Wir hatten eine normale Zugewinngemeinschaftsehe.

Ziel des Versorgungsausgleichs ist es, dass jeder Ehegatte im Falle einer Scheidung von den während der Ehezeit – Eheschließung bis Zustellung der Scheidungsantragsschrift – erworbenen Rentenansprüchen gleich viel erhält. Das geschieht, indem jedes Anrecht geteilt wird. Sie erhalten also jeweils die Hälfte der während der Ehezeit erworbenen Anwartschaften Ihres Mannes und er wiederum die Hälfte der von Ihnen in der Ehezeit erworbenen Anwartschaften.

Dies bedeutet, von Ihrer Rente wird die Hälfte der Rentenanwartschaften, die Sie während der Ehe erworben haben, auf das Rentenversicherungskonto Ihres Mannes gutgeschrieben und umgekehrt.

Da Sie bei der betrieblichen Altersversorgung Ihres Mannes noch kein Konto haben, wird dort für Sie eins eingerichtet, auf das der auf Sie entfallende Anteil gutgeschrieben wird. Gleiches gilt auch für die Anwartschaften aufgrund eines Riester-Vertrages und zwar unabhängig davon, ob es sich um einen tatsächlichen Rentenvertrag oder aber eine andere Form der Altersvorsorge handelt.

Der Versorgungsausgleich wird im Scheidungsverfahren von Amts wegen durchgeführt, soweit auf diesen nicht durch notariellen Vertrag oder gerichtlichen Vergleich verzichtet wurde oder er nicht auszuschließen ist, weil die Ehe nur von kurzem Bestand war beziehungsweise die Durchführung des Versorgungsausgleichs grob unbillig wäre. Der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft hat darauf keinen Einfluss. Foto: Thilo Rückeis

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