RECHTS Frage : an Stefan Braatz Deutsche Rentenversicherung Bund

Steigern Kinder die Rente?

an Stefan Braatz

Als meine Kinder klein waren, habe ich Teilzeit gearbeitet und dafür Rentenbeiträge gezahlt. Habe ich eigentlich Vorteile bei der Rente, weil ich Kinder habe?

Zeiten der Kindererziehung führen für Mütter und Väter in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Versicherungspflicht, wenn sie ihr Kind in Deutschland erziehen und gewöhnlich auch dort mit ihm leben. Die Rentenbeiträge für Kindererziehende zahlt der Bund, die Eltern selbst brauchen nichts zu zahlen. Die Zeiten werden bei demjenigen Elternteil angerechnet, der das Kind erzogen hat. In der Regel wird das die Mutter sein – so wie in Ihrem Fall wohl auch.

Der Umfang der Kindererziehungszeit ist unterschiedlich, je nachdem, ob die Kinder vor 1992 oder nach 1991 geboren wurden: Für jedes vor 1992 geborene Kind wird ein Jahr Kindererziehungszeit auf dem Rentenkonto gutgeschrieben. Bei Geburten nach 1991 werden drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet. Die Zeiten sind „echte“ Beitragszeiten. Das bedeutet: Sie werden sowohl bei der Wartezeit (Mindestversicherungszeit) mitgezählt, als auch bei bestimmten versicherungsrechtlichen Voraussetzungen berücksichtigt – etwa wenn in einem definierten Zeitraum eine bestimmte Anzahl von Pflichtbeiträgen erforderlich ist, etwa bei der Rente wegen Erwerbsminderung.

Die Höhe der Beiträge für Kindererziehungszeiten entspricht ungefähr der Höhe der Beiträge für ein Jahr beziehungsweise drei Jahre Durchschnittsverdienst (2011: rund 30 000 Euro jährlich). Aus einem Jahr Kindererziehung für ein vor 1992 geborenes Kind ergibt sich so eine monatliche Rente von rund 27,50 Euro. Die Erziehung eines nach 1991 geborenen Kindes bringt etwas mehr als 82 Euro Rente monatlich. Für die neuen Bundesländer gelten leicht geringere Beträge.

Liegen neben der Kindererziehungszeit weitere Beitragszeiten, etwa aus einer (Teilzeit-)Beschäftigung, werden beide Zeiten additiv berücksichtigt. Eine Begrenzung nach oben erfolgt lediglich durch die Beitragsbemessungsgrenze, also die gesetzliche Höchstgrenze, bis zu der Beiträge maximal gezahlt werden können.

Neben Kindererziehungszeiten können Sie auch sogenannte Kinderberücksichtigungszeiten erhalten. Diese wirken sich ebenfalls positiv auf die Rente aus, etwa auf die „große“ Wartezeit von 35 Jahren für die Altersrente für langjährig Versicherte. Die Berücksichtigungszeit beträgt zehn Jahre, für ihre Anrechnung gelten dieselben Voraussetzungen wie für die Anrechnung einer Kindererziehungszeit. Unter bestimmten Bedingungen können sich weitere Rentensteigerungen für nach 1991 liegende Zeiten ergeben, die mit Kinderberücksichtigungszeiten belegt sind. Dies gilt auch, wenn daneben vergleichsweise niedrige Pflichtbeiträge liegen. Und auch auf die Höhe einer Witwen- oder Witwerrente kann die Kindererziehung einen Einfluss haben, hier in Form eines Zuschlages.Foto: promo

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