RECHTS Frage : an Stefan Braatz Deutsche Rentenversicherung Bund

Wie weise ich DDR-Zeiten nach?

an Stefan Braatz

Bei meinem Umzug habe ich jetzt einen grünen Sozialversicherungsausweis aus der DDR gefunden, wo ich bis Mitte der 1980er Jahre gelebt habe. Eingetragen sind ein paar Arbeitsjahre in einem volkseigenen Betrieb. Was mache ich am besten mit dem Buch?

Sozialversicherungsausweise der DDR sind wichtige Dokumente, um Zeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung nachzuweisen. Denn bis in die Jahre 1990/1991 sind in die (anfangs beigefarbenen, später grünen) „SV-Bücher“ vom damaligen Betrieb beispielsweise Beschäftigungszeiträume, Arbeitsverdienste oder auch Krankheitszeiten und andere „Arbeitsausfalltage“ eingetragen worden. Die Verdienste beliefen sich dabei auf höchstens 600 Mark monatlich beziehungsweise 7200 Mark im Jahr, was bis Anfang der 1970er Jahre der Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialpflichtversicherung der DDR entsprach. Danach waren auch über diesen Beträgen liegende, in der Freiwilligen Zusatzrentenversicherung (FZR) versicherte, Arbeitsverdienste einzutragen.

Ob die im SV-Ausweis vorhandenen Zeiten der Deutschen Rentenversicherung bereits bekannt und dort gespeichert sind, können Sie Ihrem Versicherungsverlauf entnehmen. In diesem „Kontoauszug“ sind alle der Rentenversicherung bekannten rentenrechtlichen Zeiten abgebildet. Neben den Beitragszeiten sind dies zum Beispiel auch Schul-, Fachschul- oder Hochschulausbildungen oder Kindererziehungszeiten.

Sind alle Zeiten richtig vorhanden, bewahren Sie Ihr SV-Buch sorgfältig auf. Fehlen allerdings Daten aus dem DDR-Sozialversicherungsausweis in Ihrem Versicherungsverlauf, sollten Sie rasch eine Kontenklärung bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen. Dabei müssen Sie Ihr SV-Buch unbedingt vorlegen. Ihr Rentenversicherungsträger wird dann die fehlenden Zeiten nachspeichern und Ihr Versicherungskonto vervollständigen. Hinsichtlich Ihrer Kontenklärung ist eine gewisse Eile geboten, wenn Ihr SV-Buch beispielsweise unvollständige Zeiträume oder fehlende Entgelte aufweist oder wenn Sie Einkünfte über der damals in der DDR geltenden Beitragsbemessungsgrenze erzielt haben – diese könnten als „zusätzliche Arbeitsverdienste“ berücksichtigungsfähig sein.

Denn zum Ende dieses Jahres laufen die Aufbewahrungsfristen für Lohnunterlagen ehemaliger DDR-Betriebe ab. Vorsicht: Nach Dezember dieses Jahres könnte es deshalb schwierig werden, Nachweise für fehlende Zeiten oder Entgelte zu beschaffen.

Für alle gesetzlich Rentenversicherten gilt: Ein vollständiges und aktuelles Versicherungskonto ist Grundlage für die Erteilung zutreffender Rentenauskünfte und Renteninformationen. Auch im Leistungsfall können Renten nur in richtiger Höhe berechnet werden, wenn alle erforderlichen Daten bekannt sind. Ist Ihr Versicherungskonto nicht vollständig geklärt, so sollten Sie sich umgehend um eine Kontenklärung kümmern. Foto: promo

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