RECHTS Frage : an Susanne Meunier Stiftung Warentest (Finanztest)

Wie soll ich fürs Alter vorsorgen?

an Susanne Meunier

Ich bin selbstständig. Jetzt habe ich gelesen, dass Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine Pflicht für junge Selbstständige einführen will, eine private Altersvorsorge abzuschließen. Ich kenne mich gar nicht aus. Was wäre denn die beste Art vorzusorgen?

Es gibt keinen Königsweg für die Altersvorsorge. Welche Anlage für Sie am besten ist, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Einkommen, Ihrer Familiensituation, Ihren Sparanlagen und Ihrer Risikobereitschaft ab. Es ist immer gut, mehrere Anlageformen zu mischen, sichere mit festem, derzeit aber niedrigem Zins und riskantere mit dafür besseren Renditechancen. Darüber hinaus benötigt jeder eine gute Geldreserve.

Möglicherweise wird es für Selbstständige künftig nicht nur eine Pflicht zur Altersvorsorge, sondern auch recht strikte Vorgaben für deren Art geben. Zurzeit sieht es so aus, als würden vor allem Lebensversicherer mit ihren garantierten, lebenslangen Leistungen diese erfüllen können, allerdings nur bei ihren klassischen Produkten, nicht bei den Fondsvarianten. Ob und mit welchen Bedingungen die Vorschläge von Frau von der Leyen zur verpflichtenden Altersvorsorge von Selbstständigen Gesetz werden, ist jedoch noch offen.

Sollten vor allem klassische Rentenversicherungen, egal ob mit Riester- oder Rürup-Förderung, zum Zuge kommen, müssten Selbstständige in Altervorsorgeprodukte investieren, die aktuell sehr wenig abwerfen. Dass bei diesen Policen ein Zins garantiert ist, ist gut. Diese Garantie beläuft sich bei Neuverträgen inzwischen allerdings nur noch auf mickrige 1,75 Prozent. Die Zinsgarantie gilt außerdem nur für den Anteil am Beitrag, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt. Auch die Erwartungen an die zusätzliche, unverbindliche Überschussbeteiligung, die solche Geldanlagen lukrativer machen können, sind zurzeit äußerst bescheiden. Die Versicherer investieren das Kundengeld bei ihren klassischen Varianten weitgehend in festverzinsliche Wertpapiere wie Bundesanleihen. Diese Anlagen werfen schon seit längerem wenig ab.

Für die Altersvorsorge kommen aber auch Investmentfonds infrage. Vor allem junge Leute liegen mit dem Aktienfondssparen meist richtig, vor allem, wenn sie sich gute Fonds aussuchen und diese günstig ankaufen. Fondssparen ist außerdem flexibel. Gewinne oder Verluste hängen beim Fondsinvestment aber stark vom richtigen Timing ab, andernfalls sind Verluste möglich oder sogar wahrscheinlich. Dieses Risiko könnte dazu führen, dass das geplante Gesetz Fonds überhaupt nicht als Altersvorsorge für Selbstständige gelten lässt. Auch der Kauf von Immobilien soll übrigens nicht als Sparbemühung angerechnet werden, jedenfalls nicht bei sehr jungen Selbstständigen.

Mein Tipp: Fangen Sie sofort an, Geld für später zurückzulegen, und mischen Sie sichere Anlagen wie Banksparpläne oder Festgeld mit riskanteren, aber ertragreicheren Anlagen wie Fonds. Tipps finden Sie unter www.test.de. Foto: promo

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