RECHTS Frage : an Susanne Meunier Stiftung Warentest (Finanztest)

Wie soll ich fürs Alter vorsorgen?

an Susanne Meunier

Ich bin 27 Jahre alt und möchte für das Alter vorsorgen. Was soll ich tun: eine Lebensversicherung oder eine Betriebsrente abschließen oder soll ich lieber auf eine Immobilie sparen?

Die Antwort hängt von den Lebensumständen ab. Sind Sie Arbeitnehmer, ist als Einstieg in die private Zusatzvorsorge das Sparen mit der Riester-Förderung geeignet. Riestern lohnt mit dem richtigen Produkt und dem richtigen Anbieter. Es gibt Zulagen für jeden Sparer von 154 Euro pro Jahr, für Kinder zusätzlich 185 Euro, für ab 2008 Geborene sogar 300 Euro im Jahr. Die Beiträge können außerdem von der Steuer abgesetzt werden.

Auf Platz zwei steht für Arbeitnehmer die Betriebsrente, sofern der Arbeitgeber etwas dazu gibt. Ist ein Betriebsrentenangebot durch hohe Unterstützung des Arbeitgebers sehr attraktiv, ist es sogar erste Wahl. Müssen Arbeitnehmer ihre Betriebsrente allein bezahlen, geht Riestern vor. Denn Riestersparer sind nicht abhängig von einem bestimmten Arbeitsplatz und bleiben auch sonst vergleichsweise flexibel. Riester-Verträge lassen sich veränderten Lebensumständen anpassen, die zum Beispiel durch Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Elternzeit entstehen.

Riestern geht mit Bank- und Fondssparplan, mit Rentenversicherungen und als Wohnriester per Riester-Bausparvertrag oder Riesterdarlehen. Der Banksparplan ist für viele das richtige Produkt, vor allem, wenn sie sich nicht gern intensiv mit der Auswahl beschäftigen möchten. Durch das niedrige Zinsniveau ist bei Riester-Banksparplänen zurzeit wenig zu gewinnen. Weil ein Vertrag aber lange läuft, ändert sich dies. Ein Banksparplan passt sich sofort den sich wandelnden Marktzinsen an. Außerdem ist er sehr kostengünstig und flexibel: Er lässt sich ohne viel Aufwand und Kosten gegen einen Riester-Bausparvertrag oder ein Riesterdarlehen tauschen, wenn später ein Immobilienkauf erwogen wird.

Die eigene Immobilie erscheint derzeit vielen attraktiv, nicht zuletzt wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten und den niedrigen Kreditzinsen. Doch die Preise sind in letzter Zeit vor allem in den Großstädten überdurchschnittlich stark gestiegen. Es besteht die Gefahr, zu teuer zu kaufen. Außerdem müssen Sie beim Hauskauf bedenken: Hier gehen Sie eine finanzielle Verpflichtung für einen sehr langen Zeitraum ein. Wer kein ausreichendes Polster hat, verliert schnell viel.

Sie können aber auch einen Riester-Fondssparplan als Einstieg in die Altersvorsorge in Erwägung ziehen. So können sie die höheren Renditechancen der Aktienmärkte mitnehmen, die gerade für junge Leute wie Sie interessant sind, die viel Zeit bis zum Ruhestand haben. Klassische Rentenversicherungen sind dagegen für die wenigsten Kunden die richtige Lösung fürs Riestersparen. Diese Verträge sind unflexibel und oft teuer. Noch weniger zu empfehlen sind fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen. Sie sind noch unflexibler als klassische Rentenpolicen und bieten meist nicht einmal eine Mindestverzinsung.Foto: promo

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