RECHTS Frage : an Ulrich Schellenberg Rechtsanwalt und Notar

Wer bezahlt die Bestattung?

an Ulrich Schellenberg

Der von meiner Frau und mir zuletzt Überlebende möchte sicherstellen, dass von dem vorhandenen Barvermögen zunächst die Bestattungskosten beglichen werden und der verbleibende Rest entsprechend in dem Testament unter den Erben verteilt wird. Ist für die Regelung der Bestattungskosten ein extra Vermächtnis erforderlich und kann dies gegebenenfalls neben dem Testament erstellt werden, oder ist es möglich, dies im Testament zu Beginn zu regeln?

Die Bestattungskosten trägt immer der Erbe. Dies ist bereits gesetzlich geregelt, so dass Sie keine gesonderte Regelung hierzu treffen müssen. Gleichwohl kann es Sinn machen, diese Frage im Testament zu behandeln, und zwar dann, wenn Sie bestimmte Vorstellungen über Art und Ablauf Ihrer Bestattung haben. Hiervon hängt natürlich auch die Höhe der Bestattungskosten ab, die dann der Erbe zu tragen hat.

Treffen Sie keine Verfügungen über Ihre Bestattung, so entscheiden hierüber Ihre nächsten Angehörigen und zwar unabhängig davon, ob diese auch tatsächlich Erbe geworden sind. In welcher Form und vor allem wo jemand bestattet wird, entscheidet derjenige, dem die Totenfürsorge zusteht. Auch wenn es sich im juristischen Sinne bei einem Leichnam um eine Sache handelt, fällt diese nicht in den Nachlass und damit in die Entscheidungsmacht der Erben. Wem die Totenfürsorge obliegt, richtet sich zu allererst nach dem Willen des Erblassers. Sie können also sehr wohl in Ihrem Testament unterscheiden zwischen den Erben und einer Person Ihres Vertrauen, die, ohne Erbe zu werden, sich um die Abwicklung Ihrer Bestattung kümmern soll.

Trifft der Erblasser keine Verfügung, so kann es im Einzelfall durchaus zu Konflikten kommen. Etwa dann, wenn sich der überlebende Ehepartner mit den Kindern des Verstorbenen nicht über den Ort der Bestattung einigen kann. Es ist anerkannt, dass in diesem Konflikt dem überlebenden Ehegatten ein stärkeres Recht zukommt als den Kindern. Aber auch über die Höhe der Kosten kann es Streit geben, etwa dann, wenn der überlebende Ehepartner höhere Aufwendungen für die Bestattung tätigen möchte als die als Miterben berufenen Kinder. Auch in diesem Falle bleibt es zunächst beim Bestimmungsrecht des überlebenden Ehepartners. Die Erben sind allerdings nach den gesetzlichen Regelungen nur insoweit zur Übernahme der Kosten verpflichtet, als dass diese angemessen sind. Die Höhe richtet sich dabei nach den Lebensverhältnissen des Verstorbenen und nicht etwa nach den Lebensverhältnissen der Erben. Im Einzelfall können insoweit durchaus namhafte Kosten von den Erben zu übernehmen sein.

Vor diesem Hintergrund kann es also durchaus im Einzelfall ratsam sein, zur Vermeidung von Streit im Testament eine Regelung über die Bestattung aufzunehmen. Dies gilt insbesondere auch dann, wenn man sicherstellen möchte, dass die Grabstelle in einer bestimmten Weise gepflegt wird. Foto: Mike Wolff

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