RECHTS Frage : Rentenbeiträge bei Kurzarbeit

Eine Rechtsfrage an Stefan Braatz, Deutsche Rentenversicherung Bund: Meine Firma macht Kurzarbeit. Bisher habe ich 4800 Euro im Monat verdient. Derzeit bekomme ich 2000 Euro, also 2800 Euro weniger. Zusätzlich erhalte ich 1400 Euro Kurzarbeitergeld. Wie wirkt sich das auf meine Rente aus? Muss ich mit größeren Einbußen rechnen?

an Stefan Braatz

Sie müssen sich keine großen Sorgen machen. Wenn Sie aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Lage in Ihrem Betrieb Kurzarbeit leisten müssen und Kurzarbeitergeld erhalten, sind Sie trotzdem umfassend durch die gesetzliche Rentenversicherung geschützt.

Dies bedeutet zum Beispiel, dass Sie Rehabilitationsleistungen erhalten können, weiterhin Ihren Schutz bei Erwerbsminderung aufrechterhalten und kaum Einbußen bei Ihrer späteren Rente haben werden. Nach einer Neuregelung kann Kurzarbeitergeld bis zu 18 Monate gezahlt werden.

Während Ihres Bezuges von Kurzarbeitergeld sind Sie weiterhin rentenversichert. Wegen des verringerten Gehaltes werden allerdings auch nur reduzierte Rentenbeiträge gezahlt. Statt wie früher aus den 4800 Euro „Vollverdienst“ werden jetzt nur noch aus den aktuellen 2000 Euro tatsächlichem „Kurzgehalt“ Beiträge zur Deutschen Rentenversicherung gezahlt.

Die Rentenbeiträge für diesen Verdienst leisten Sie und Ihr Arbeitgeber wie üblich gemeinsam. Damit Ihnen wegen des geringeren Lohnes während der Kurzarbeit aber keine allzu großen Nachteile bei der späteren Rentenhöhe entstehen, werden für Sie zusätzliche Rentenbeiträge eingezahlt. Hierfür wird ein zusätzliches „fiktives Gehalt“ ermittelt, welches sich auf 80 Prozent des ausgefallenen Verdienstes beläuft.

Das bedeutet in Ihrem Fall, dass von 80 Prozent der ausgefallenen 2800 Euro (4800 Euro „Volllohn“ ohne Kurzarbeit abzüglich 2000 Euro „Kurzlohn“ bei Kurzarbeit), also von 2240 Euro, zusätzliche Rentenbeiträge eingezahlt werden. Die gute Nachricht: Diese Beiträge leistet Ihr Arbeitgeber allein, Sie müssen sich hieran nicht beteiligen. Im Ergebnis werden für Sie somit anstatt von 4800 Euro „Vollverdienst“ von 4240 Euro Rentenbeiträge gezahlt. Damit kommen Sie für die spätere Rentenberechnung auf ungefähr 90 Prozent Ihres bisherigen Verdienstes, so dass die Auswirkungen auf Ihren Rentenanspruch nur geringfügig sind.

Am besten verdeutlichen lassen sich diese Auswirkungen an einem Zahlenbeispiel: Ohne Kurzarbeit liegt Ihr Verdienst monatlich bei einem Betrag von 4800 Euro. Bei einem Jahr dieses Einkommens resultiert hieraus ein Rentenanspruch von rund 49,50 Euro im Monat. Bei einer Beitragsleistung aus 2000 Euro tatsächlichem Verdienst während der Kurzarbeit zuzüglich 2240 Euro „Fiktivlohn“ ergibt sich für Sie ein Rentenanspruch von monatlich rund 43,80 Euro. Mithin bedeutet ein Jahr Kurzarbeit im Ergebnis eine um rund sechs Euro geringere Rente als ohne Kurzarbeit. Foto: Kai-Uwe Heinrich

0 Kommentare

Neuester Kommentar