Rechtsstreit um Millionen : Utz Claassen verklagt Solar Millennium

Der plötzliche Abgang von Utz Claassen bei Solar Millennium hat ein juristisches Nachspiel. Es geht um Millionen Euro, die der Manager bei Antritt kassierte.

Nach 74 Tagen als Vorstandschef war Utz Claassen vor gut zwei Monaten zurückgetreten. Dass dies als rechtens anerkannt wird, will er mit einer Feststellungsklage erstreiten. Sein Anwalt Harald Noack teilte am Mittwoch mit, erst habe Solar Millennium die Kündigung öffentlich respektiert, sie aber später als unwirksam bezeichnet und Claassen seinerseits gekündigt. Eine Einigung sei an „unrealistischen Vorstellungen“ des Aufsichtsrats gescheitert.

Es geht um viel Geld. Nach Noacks Worten hat Claassen zum Dienstantritt „einen siebenstelligen Betrag“ unter anderem als Ausgleich für andere niedergelegte Posten erhalten. Man habe sich nicht einigen können, wie viel er davon zurückzahle. Fünf Wochen vor dem bekannten Rücktritt habe Claassen seinen Vertrag schon einmal gekündigt. Auf Drängen des Aufsichtsrats habe er weitergemacht, sich aber zusichern lassen, innerhalb von sechs Monaten jederzeit gehen zu können. Danach habe er „weiterhin fundamentale Auffassungsunterschiede“ festgestellt und sich über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens „grob getäuscht“ gefühlt. Anhaltspunkte für falsche Bilanzierungen lägen ihm aber nicht vor.

Das Unternehmen wollte sich am Mittwoch zunächst nicht äußern. „Uns liegt diese Klage noch nicht vor. Deswegen können wir zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen“, sagte Sprecher Alexander Jacobsen. mod

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