Wirtschaft : Recyclingfirma Alba streicht Stellen in Berlin

Verdi attackiert Vorstandsmitglied und CDU-Kandidat Peter Kurth

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Berlin (fo). Bei dem Berliner Dienstleistungs und Recyclingunternehmen Alba werden Arbeitsplätze gestrichen. Während nach Gewerkschaftsangaben 180 der 300 Alba-Beschäftigten in Berlin ihren Job verlieren sollen, spricht das Unternehmen selbst nur von 70 Beschäftigten, bestätigt aber die Gefährdung weiterer 89 Stellen. Insgesamt beschäftigt Alba mehr als 5000 Mitarbeiter.

Pikant wird das Thema vor allem dadurch, dass die Gewerkschaft Verdi den Alba-Vorstand Peter Kurth scharf angreift, der sich an diesem Sonnabend um den Vorsitz der Berliner CDU bewirbt. „Es würde uns sehr schwer fallen, Herrn Kurth als dem neuen Vorsitzenden der Berliner CDU gegenüberzutreten“, sagte Verdi-Fachbereichsleiter Uwe Scharf. „Die Schieflage der Unternehmen ist maßgeblich durch Missmanagement und Fehlkalkulationen hervorgerufen worden“, sagte Scharf. Kurth sei Finanzexperte im Vorstand und zeichne in dieser Funktion mit verantwortlich für die finanziellen Probleme.

Dass die Gewerkschaft Kurth in Zusammenhang mit den Entlassungen bringe, bezeichnet Alba-Sprecher Axel Bahr als „absurd, böswillig und infam“. Denn Kurth sei im Vorstand für das Auslandsgeschäft zuständig, und damit nicht für die Bereiche, die nun Mitarbeiter aus konjunkturellen Gründen entlassen müssten. Verdi teilte mit, dass die Firma Alba Recycling (48 Entlassungen) aufgelöst werde. Der Sortierbetrieb GePaBe (28 Entlassungen) würde teilweise geschlossen. Bei Alba Berlin GmbH werde es 104 Entlassungen geben. Alba spricht hier von 89 Stellen, die durch entsprechende Tarifvereinbarungen gehalten werden könnten.

Die Gewerkschaft hat nach eigenen Angaben angeboten, die Löhne und Gehälter in den kommenden zwei Jahren einzufrieren. Die Alba-Gruppe sei fast vollständig aus dem Tarifverbund des Bundes Deutscher Entsorger ausgetreten, so dass in dem Unternehmen bereits unter Tarif bezahlt werde, erklärte Verdi. Nach Darstellung des Unternehmens hat es wochenlange Verhandlungen mit Verdi über Kosteneinsparungen gegeben. Die Gewerkschaft habe jedoch nicht akzeptable Bedingungen gestellt.

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