Wirtschaft : Reform der Firmensteuer treibt Gewinne

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Düsseldorf - Die meisten börsennotierten Firmen werden von der geplanten Reform der Unternehmensteuer profitieren. Das zeigen Studien mehrerer Investmenthäuser. Bei den Konzernen im Deutschen Aktienindex Dax dürften die Gewinne jährlich um bis zu zehn Prozent steigen, bei kleineren Firmen noch stärker. Grundtenor: Konzerne mit niedriger Verschuldung und hohem Steueraufkommen im Inland schneiden gut ab. Hingegen sind hoch verschuldete Firmen die Verlierer. Das gilt für den Mittelstand.

„Die klare Mehrheit wird nach der Steuerreform höhere Gewinne einfahren“, sagt Ralf Kugelstadt von der Schweizer Bank UBS. Annahme ist, dass die gesamten Abgaben, bestehend aus Unternehmensteuern, Solidaritätsabgaben und Gewerbesteuer, von nun im Schnitt 38,6 Prozent auf unter 30 Prozent sinken. Die Nettoentlastung will der Bund auf fünf Milliarden Euro begrenzen.

Mit dem aktuellen Abgabensatz liegt Deutschland europaweit an der Spitze – vor Italien (37,3 Prozent) und Spanien (35 Prozent). Durch den geplanten Schritt könnte man ins Mittelfeld rutschen zwischen Großbritannien und Dänemark (28 Prozent). Kommt es zur Reform, dürfte bei den 30 Dax-Konzernen ab 2008 der Nettogewinn im Schnitt um vier bis fünf Prozent pro Jahr steigen, hat Ralf Zimmermann vom Bankhaus Sal. Oppenheim berechnet – wenn es keine Gegenfinanzierung gibt. „Aus dem Dax zeichnen sich die Deutsche Börse, RWE, Eon, BMW, die Postbank, SAP, die Deutsche Bank und die Münchener Rück als größte Profiteure ab. Deren Gewinne dürften zwischen sechs und zehn Prozent steigen“, sagt Zimmermann. scc/som/HB

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