Wirtschaft : Regelung zur Besteuerung: Keine Änderung für ehrliche Anleger

bfr

In Deutschland wird eine 30-prozentige Quellensteuer erhoben. Sie wird zum Zeitpunkt der Zinszahlung direkt von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Dabei gibt es Freibeträge, und zwar können Ledige bis zu 3100 Mark und Verheiratete bis zu 6100 Mark an Zinsen pro Jahr steuerfrei einnehmen. Mit dem Abzug der Quellensteuer allein ist es aber nicht getan. Die Anleger müssen bei ihrer Steuererklärung ihre Zinseinkünfte angeben und die Zinsen, die über die Freibeträge hinausgehen, mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern.

Grundsätzlich wird sich daran nichts ändern. Für diejenigen Anleger allerdings, die bisher über Anlagen in Luxemburg die Steuer umgangen haben und damit nicht steuerehrlich waren, bleibt es nicht wie bisher. Luxemburg hat bisher keine Quellensteuer erhoben, zudem herrscht dort ein strenges Bankgeheimnis. Das ermöglichte es steuerunehrlichen Bürgern, dort Zinsen ohne Steuerabzug zu vereinnahmen, wenn sie sie bei ihrer Steuererklärung verschwiegen. Von 2003 an wird Luxemburg aber eine Quellensteuer von mindestens 15 Prozent und von 2006 an von mindestens 20 Prozent erheben. Anleger werden also steuerlich zur Kasse gebeten, wenn auch nicht so hoch wie in Deutschland. Ab 2010 soll es dann aber ganz mit möglicher Steuerhinterziehung vorbei sein. Denn ab dann sollen auch Länder wie Luxemburg dem deutschen Fiskus Auskünfte über die Zinserträge der deutschen Steuerbürger geben.

Auch Investmentfonds, die Zinserträge ausschütten, sind von der neuen Regelung betroffen. Anleihen luxemburgischer Emittenten, die noch vor dem 1. März 2001 ausgegeben und von Anlegern gekauft werden, bleiben von der EU-Zinsbesteuerung frei. Das heißt, es könnte in den nächsten Monaten noch einen Run auf solche Papiere geben.

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