Wirtschaft : Regierung steht zum Atomausstieg

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Berlin - Die Bundesregierung hat ihre Position zum Atomausstieg in Deutschland bekräftigt. „Innerhalb der Koalition ist die Frage für die Dauer dieser Legislaturperiode entschieden“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. „Der Koalitionsvertrag gilt.“ Die Regierung reagierte damit auf Äußerungen des amerikanischen Präsidenten George W. Bush, der sich im Vorfeld des G-8-Gipfels in St. Petersburg für einen Ausbau der Kernkraft ausgesprochen hatte. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil forderte daraufhin von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bush deutlich zu widersprechen.

Die deutschen Energiekonzerne beteiligen sich dagegen an einer Renaissance der umstrittenen Technik im Ausland: Während sie sich auf dem Heimatmarkt zurückhalten, investieren sie international in neue Atomanlagen. „Wir werden uns an den Genehmigungsverfahren für neue Atomkraftwerke beteiligen“, sagte Paul Golby, Chef der britischen Eon- Tochter. Branchenexperten rechnen damit, dass Konkurrent RWE ebenfalls Anträge für den Neubau von Atomanlagen einreichen wird. Auch für Frankreich und Rumänien gibt es Pläne. „Der Ausstiegsbeschluss gilt nur für Deutschland“, betonte Eon-Energie-Vorstand Walter Hohlefelder, „wir sind aber ein internationales Unternehmen.“ HB/asi

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