Wirtschaft : Regierung unterstützt Deutsche Beschäftigte sorgen sich um ihre Arbeitsplätze

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Berlin Unter den rund 1200 Angestellten der Deutschen Börse AG, die in Frankfurt am Main beschäftigt sind, wächst die Sorge um ihren Arbeitsplatz. Käme es zu einer Übernahme der Londoner Börse LSE durch die Deutsche Börse, drohen nach Meinung des Betriebsrats eine Verlagerung der Konzernzentrale und ein Stellenabbau in Frankfurt. Börsenchef Werner Seifert, der am Donnerstag in London über den Kauf der LSE verhandelt hatte, erhielt Zeitungsberichten zufolge einen Brief des Betriebsrates, in dem dieser dringenden Gesprächsbedarf anmeldet.

Ein Sprecher der Börse wies am Freitag darauf hin, Seifert habe den Mitarbeitern schon am 17. Dezember auf einer Betriebsversammlung versichert, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Außerdem werde – im Falle einer Übernahme der LSE – kein Beschäftigter zum Umzug nach London gezwungen. Von den gut 3000 Angestellten des Börsenkonzerns sind rund 1200 in Frankfurt, 1400 in Luxemburg beim Wertpapierabwickler Clearstream und mehr als 400 an anderen Standorten beschäftigt.

In den Verhandlungen mit der LSE macht Werner Seifert unterdessen Druck. Die Börse erklärte am Freitag, sie habe „eine mögliche Transaktion beim Bundeskartellamt angemeldet auf Basis des Vorschlags, den die Deutsche Börse der LSE unterbreitet hat.“ Die Wettbewerbshüter sollen nun prüfen, ob im Falle einer Übernahme kartellrechtliche Bedenken bestehen.

Das Finanzministerium hält eine Fusion für unproblematisch. Ein Zusammenschluss stärke die „Attraktivität des Finanzplatzes Deutschland“, sagte ein Sprecher. Es laufe darauf hinaus, dass nur Vorstände einzelner Sparten – wie bei Clearstream – ihren Sitz nicht mehr in Frankfurt hätten. Dieses Modell unterstütze man.

In Finanzkreisen wird ein kompletter Umzug der Deutschen Börse für unwahrscheinlich gehalten. Schon heute würden aber viele Wertpapiergeschäfte in London abgewickelt – etwa Transaktionen an der Terminbörse Eurex. Für den elektronischen Handel über das Computersystem Xetra ist der Standort zweitrangig. Käme es zu einer Fusion der Börsen, werde aber „eine ganze Reihe von Gremien und Arbeitskreisen der Deutschen Börse nach London umziehen“, sagte ein Sprecher des Bundesverbands der Wertpapierfirmen. Dies habe Folgen für die Beschäftigten in Frankfurt. mot/dpa

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