Wirtschaft : Regierung will Betriebsrenten besser fördern Steuerfreier Vorsorgebetrag soll deutlich erhöht werden

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(dpa). Die rotgrüne Koalition will Betriebsrenten steuerlich besser fördern. Ein entsprechendes Konzept soll kommende Woche vom zuständigen Finanzausschuss des Bundestages beschlossen werden, schreibt das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Danach können Arbeitnehmer künftig einen weit größeren Teil ihres Gehalts steuerfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen als bislang geplant.

Ursprünglich wollte Finanzminister Hans Eichel (SPD) den geförderten Gehaltsanteil auf vier Prozent des Bruttolohns begrenzen. Gänzlich entfallen sollte die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 2148 Euro im Jahr in eine steuerbegünstigte betriebliche Direktversicherung einzuzahlen.

Nun wollten SPD und Grüne den steuerfreien Vorsorgebetrag auf bis zu acht Prozent des Bruttolohns ausweiten, berichtet der „Spiegel“. Auf dieses Geld greife das Finanzamt nach dem Konzept erst dann zu, wenn die Betriebsrente im Alter ausgezahlt wird. Das Verfahren würde Eichel allein im nächsten Jahr Steuerausfälle von rund 100 Millionen Euro bescheren.

Rot-Grün entspräche damit einer Forderung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Dieser hatte das bisherige Gesetzesvorhaben der Regierung scharf kritisiert. Es verschlechtere die Rahmenbedingungen der betrieblichen Altersvorsorge erheblich, hatte Hundt im Tagesspiegel bemängelt. Stattdessen hatte er vorgeschlagen, die bisherige Höchstgrenze für steuerfreie Einzahlungen auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung und damit auf rund 5000 Euro zu erhöhen.

Zugeständnisse will die Koalition laut „Spiegel“ auch bei der Förderung privater Lebensversicherungen machen. Hatte Eichel eigentlich geplant, das Steuerprivileg von Lebensversicherungen von 2005 an abzuschaffen, solle es nun in abgeschwächter Form erhalten bleiben.

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