Wirtschaft : Regierung will den Finanzplatz Deutschland stärken

BONN (rtr).Die Bundesregierung sieht noch "gewaltiges Entwicklungspotential" auf dem deutschen Kapitalmarkt.Finanzstaatssekretär Jürgen Stark sagte am Freitag in Bonn, Deutschland sei schon eine internationale Drehscheibe für Kapital, müsse sich aber angesichts der Einführung des Euro noch stärker international orientieren.Über die Anpassung der Rahmenbedingungen des Finanzmarktes an internationale Gepflogenheiten bestehe im Grundsatz auch Übereinstimmung mit der Opposition.Stark und Justizminister Edzard Schmidt-Jortzig legten einen Bericht zu den aktuellen Gesetzesvorhaben und mittelfristigen Zielen vor.Bereits in der nächsten Woche sollen Gesetze beschlossen werden, die deutschen Unternehmen die Aufnahme von ausländischem Kapital und die Umstellung der Aktien auf Euro erleichtern sollen.Schmidt-Jortzig sagte, die Koalition habe sich darauf geeinigt, daß börsennotierte Aktiengesellschaften künftig nach dem amerikanischen Standard GAAP oder nach dem Internationalen Standard IAS bilanzieren dürfen.Die Regierung schlägt außerdem ein unabhängiges Bilanzierungsgremium vor, wie es in anderen Industriestaaten üblich ist. Ebenfalls am Freitag nächster Woche will der Bundestag die Möglichkeit der nennwertlosen Aktie beschließen.Aktien stellen dann weiterhin einen bestimmten Anteil am Unternehmen dar, haben aber keinen Nominalwert mehr.Dadurch wird vermieden, daß bei der Umstellung auf den Euro das Kapital von Unternehmen erhöht werden muß, weil sich bei der Umrechnung ein krummer Nennbetrag der Aktie ergeben würde.In das geplante Kontroll- und Transparenzgesetz, das die Rechte der Aktionäre stärken soll, sollen erweiterte Publizitätspflichten eingearbeitet werden und die Kapitalflußrechnung als vierter Bestandteil des Jahresabschlusses aufgenommen werden.Dieses Gesetz soll ebenfalls noch im Frühjahr 1998 beschlossen werden.Nach der Bundestagswahl soll ein viertes Kapitalmarktförderungsgesetz die Arbeit der Börsen reformieren.Dazu soll auch eine effizientere Börsenaufsicht gehören.Die Regierung ist für eine Zentralisierung der Aufsicht, die bisher von Landesämtern wahrgenommen wird, beim Bundesamt für Wertpapierwesen.

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