Wirtschaft : Regierung will Gesetz für Hochtief prüfen

Berlin - Im Abwehrkampf von Hochtief gegen den spanischen Baukonzern ACS denkt die Regierung offenbar darüber nach, per Gesetz zu helfen. Zwar stehe das aktuell gültige Wertpapierübernahmegesetz in Einklang mit der entsprechende EU-Richtlinie, sagte ein Regierungsvertreter am Samstag zu Reuters. „Die Bundesregierung wird jedoch prüfen, ob und inwieweit im Lichte der aktuellen Ereignisse im Übernahmerecht weitere Pflichten eingeführt werden sollten.“ Dabei könne sich Deutschland auch an Regelungen orientieren, mit denen andere europäische Staaten Übernahmen heimischer Firmen erschwerten.

In Ländern wie Großbritannien oder Frankreich müssen Unternehmen regelmäßig Pflichtangebote an die Aktionäre abgeben, wenn sie ihren Anteil an einem anderen Unternehmen ausbauen wollen, auch wenn sie bereits mehr als 30 Prozent der Aktien halten. In Deutschland ist das nicht erforderlich. Aktionärsschützer kritisieren das seit langem. ACS hält knapp 30 Prozent der Anteile an Deutschlands größtem Baukonzern. Die Frist zur Abgabe eines Übernahmeangebots läuft noch vier Wochen. Danach kann ACS jederzeit Aktien an der Börse zukaufen – ohne den Aktionären einen guten Preis anbieten zu müssen.

Wegen der Übernahmeschlacht sei Hochtief-Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter bereits zweimal zu Gesprächen mit Merkels Wirtschaftsberater Jens Weidmann im Kanzleramt vorstellig geworden, schreibt der „Spiegel“. Auch Michael Knipper, Chef des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, habe sich in einem Brief an das Wirtschaftsministerium gewandt und auf eine rasche Änderung des Gesetzes gedrängt.rtr

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