Wirtschaft : Regierung will Kunden stärken

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. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Bündis 90/Die Grünen) hat sich für die Stärkung der Rechte von Bankkunden ausgesprochen. „Aus der Praxis wissen wir, dass die Verschuldung vieler Privathaushalte stark zugenommen hat“, sagte Künast am Freitag. Grund dafür sei, dass viele Menschen unbedacht Kredite aufnähmen, ohne vorher von ihrer Bank über die mittel und langfristigen Folgen informiert worden zu sein. Die Verbraucherministerin reagierte damit auf Äußerungen des Bankenverbands, der für mehr Eigenverantwortung und weniger Reglementierung im Kreditgeschäft plädiert hatte.

Künast fordert hingegen eine EU-einheitliche Regelung, um vergleichbare Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. „Die Banken müssen sich stärker als Dienstleister ihrer Kunden verstehen“, sagte eine Sprecherin. „Hier müssen die Kreditinstitute nacharbeiten.“

Auch die Verbraucherzentralen halten die Position der Banken für „polemisch und nicht gerechtfertigt“, wie Bankenexpertin Maren Geisler dem Tagesspiegel sagte. Der von der EU vorgelegte Entwurf einer neuen Verbraucherkredit-Richtlinie übernehme in weiten Teilen deutsches Recht, mit dem die Banken bisher gut gelebt hätten. Der Bankenverband hatte vor dem „Tod des Dispokredits“ gewarnt, wenn Kunden ein Widerrufsrecht gegen neue Kreditverträge eingeräumt werde. „Dieses Recht ist im Verbraucherkreditgesetz seit 1990 festgeschrieben“, sagte Geisler. Die Banken ließen die nötige Aufklärung vermissen. Statt eine „Scheindiskussion“ zu führen, sollten sie sich Geisler zufolge den „abenteurlich hohen Zinsen für Dispokredite“ zuwenden. mot

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