• Regierungswechsel in USA: du hast es dennoch besser - Die amerikanische Wirtschaft und der neue Präsident

Wirtschaft : Regierungswechsel in USA: du hast es dennoch besser - Die amerikanische Wirtschaft und der neue Präsident

George W. Bush tritt sein Amt in einer Phase des wirtschaftlichen Umbruchs an. Bei aller Unsicherheit über eine harte oder weiche Landung der amerikanischen Konjunktur dürfen freilich die Maßstäbe nicht verloren gehen. Das Erbe der Ära Clinton bietet eine stabile Basis. Das Land ist reich. Das US-Pro-Kopf-Einkommen ist so hoch wie nirgendwo sonst in der Welt, und die Produktivität der Wirtschaft hat seit 1995 angezogen wie seit den 60er Jahren nicht mehr. Nach wie vor herrscht in den USA Vollbeschäftigung. Für eine Krise am Arbeitsmarktgibt es keine Anzeichen - trotz eingebrochener Börsen, voller Firmenläger und rückläufigem Absatz bei etlichen Unternehmen. Amerika ist mehr denn je das Land der Reichen: Fünf Millionen amerikanischer Haushalten besitzen jeweils ein Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar; vor zehn Jahren waren es 1,3 Millionen. Gewiss, die Spanne zwischen arm und reich ist jenseits des Atlantik weitaus größer als in den Wohlfahrtsstaaten Kontinentaleuropas. Aber seit einigen Jahren schrumpfen die Ungleichheiheiten wieder. An dieser langfristig robusten Perspektiven wird sich kaum etwas ändern, egal wie lange die Amtszeit des neuen US-Präsidenten dauern wird.

Kurzfristig freilich sind die Unsicherheiten beträchlich. Lange nicht waren die Ökonomen prognostisch so hilflos wie derzeit. Offen ist nicht nur die Aufprallgeschwindigkeit der Konjunktur. Offen ist auch, ob die Abkühlphase nach einem Quartal schon wieder vorbei sein wird oder nicht. Ähnlich widersprüchlich sind die Therapievorschläge: Während die einen Notenbankchef Alan Greenspan zu raschen weiteren Zinssenkungen ermuntern, sehen die anderen erste Zeichen von Nervosität und fordern eine Rückkehr zur Geldpolitik der ruhigen Hand. Während George W. Bush sein Steuersenkungsprogramm als Angebotspolitik verkauft - Steuererleichterungen stimulieren die Investitionsneigung der Unternehmen - werfen andere dem Konservativen keynesiansiche Regungen vor: Tatsächlich hofft Bush auf einen schleunigen Nachfrageeffekt beim verunsicherten Verbraucher, dem Steuergeschenke mehr Geld in die Tasche brächten. Eines ist sicher: Während für Vorgänger Bill Clinton pures Zuschauen schon genügte, heißt es für George W. Bush - Die Wirtschaftspolitik verlangt wieder höhere Aufmerksamkeit.

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