Regionalflugverkehr : Verspätungen bei Lufthansa durch Warnstreiks

Warnstreiks von Piloten der Lufthansa-Tochter City-Line haben im Regionalverkehr der Lufthansa zu Verspätungen geführt. Die Fluggesellschaft ist empört und befindet die Aktion für "grotesk".

Lufthansa Foto: ddp
Warnstreiks beeinträchtigen Flugverkehr der Lufthansa. -Foto: ddp

Frankfurt/MainAm Nachmittag konnten zunächst fünf Flugzeuge in München nicht pünktlich starten, wie die Lufthansa mitteilte. Der Flughafen München sprach von sieben Flügen mit Verspätung und einem Ausfall. Laut Gewerkschaft Verdi sollten von den Pilotenstreiks bis zum Abend insgesamt 45 Maschinen betroffen sein, die in München und später auch in Hamburg starten sollten.

Verdi will für die 750 Piloten der Lufthansa-Tochter City-Line eine Angleichung der Gehälter und Arbeitsbedingungen an den Mutterkonzern durchsetzen. Allerdings hat die Lufthansa bereits mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, die deutlich mehr Piloten vertritt, Tarifverträge abgeschlossen. City-Line ist eine Regionalfluggesellschaft, die mit kleineren Maschinen in Europa unterwegs ist.

Lufthansa empört

"Wir halten das ganze für eine groteske Aktion", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Eine Angleichung der Tarife würde eine "deutlich zweistellige" Gehaltserhöhung bedeuten, obwohl City-Line schon heute eine der am besten zahlenden Regionalfluggesellschaften sei. Lufthansa wolle darüber mit Verdi auch nicht verhandeln, da nach ihrer Auffassung die Vereinigung Cockpit das Mandat für die Tarifverträge habe. Bartels sprach von einer Profilierung der konkurrierenden Gewerkschaften auf dem Rücken der Kundschaft.

Die Gewerkschaft Verdi argumentierte, viele der City-Line-Piloten seien mit den Abschlüssen der Vereinigung Cockpit nicht zufrieden. Zu den Warnstreiks seien Mitglieder beider Gewerkschaften aufgerufen worden. Dabei hätten sich auch Mitglieder der Vereinigung Cockpit solidarisch gezeigt. Die Proteste würden in den nächsten Tagen fortgesetzt, wenn die Lufthansa weiterhin Gespräche ablehne, sagte ein Sprecher.

Verdi-Einfluss sinkt

Im Luftverkehr gibt es bereits seit geraumer Zeit sogenannte Spezialgewerkschaften, die die Interessen einzelner Berufsgruppen vertreten. Dabei hatte Verdi in den vergangenen Jahren an Einfluss verloren, zuletzt durch die neue Gewerkschaft der Flugsicherung, die nach Gerichtsprozessen von der Arbeitgeberseite als Tarifpartner anerkannt worden war. Auch das Kabinenpersonal hat in Form der Gewerkschaft Ufo eine eigene Arbeitnehmervertretung. (mit dpa)

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