Wirtschaft : Regulierer akzeptiert Telekom-Preise

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Die Deutsche Telekom AG muss ihre Preise für den superschnellen Internet-Zugang (DSL) nicht weiter erhöhen. Wie Telekom-Regulierer Matthias Kurth dem Handelsblatt sagte, wird er das Ermittlungsverfahren einstellen. "Der Verdacht auf Preisdumping trägt nicht mehr", sagte Kurth. Vor einer Woche hatte die Telekom die Erhöhung der DSL-Preise angekündigt, um die Forderungen des Regulierers zu erfüllen. Demnach werden T-DSL-Anschlüsse ab 25. Februar für Neukunden um 30 Prozent teurer. Nach Auffassung der Wettbewerber liegen die neuen Preise allerdings immer noch so niedrig, dass sie "massiv den Wettbewerb verzerren", erklärte der Wettbewerber-Verband VATM.

Seit Anfang 2001 hatten sich Konkurrenten über die Telekom beschwert. Sie befürchteten, dass der Konzern sein Ortsnetzmonopol über Dumping-Preise auf neue Breitband-Anwendungen, das einzig lukrative Festnetzgeschäft der Zukunft, ausdehnen könnte. Kurth hatte die niedrigen Preise zur Markteinführung dennoch genehmigt. Er hatte sie allerdings mit der Auflage verbunden, dass die Telekom ihre Wettbewerber zügig mit Mietleitungen beliefern und ihnen den Zugang zur letzten Meile schnell ermöglichen muss.

Die Telekom erreichte im vergangenen Jahr mit 2,2 Millionen T-DSL-Kunden einen Marktanteil von 95 Prozent. Die Auflagen erfüllte sie jedoch laut Kurth nicht. Das Ziel, die Telekom als einzigen flächendeckenden Vorlieferanten zu pünktlichen Lieferungen zu zwingen, will Kurth jetzt auf anderen Weg erreichen: durch Vertragsstrafen. Alle anderen Versuche, die Telekom zu pünktlicher Lieferung zu bewegen, hätten nichts genutzt, sagte Kurth. Mit diesem Argument könne man die Einführung von Konventionalstrafen begründen.

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