Wirtschaft : Regulierungsbehörde stellt die Weichen

BONN (rtr).Die Regulierungsbehörde will am heutigen Montag über die von der Deutschen Telekom beantragten Gebühren beim Wechsel eines Telefonkunden zu einem anderen Anbieter (Preselection) entscheiden.Die Telekom hatte Anfang April ihren Antrag auf eine Kostenpausschale von 49 DM zurückgezogen und stattdessen ein Stufenmodell vorgeschlagen, das im Verlauf Preisnachlässe vorsieht.Bei der jetzt zur Entscheidung anstehenden Genehmigung hat die Telekom nach eigenen Angaben Rationalisierungsfortschritte berücksichtigt.Danach soll für Preselection (der Telefonanschluß bleibt bei der Telekom, Ferngespräche werden dauerhaft über einen anderen Anbieter geführt) die einmalige Pauschale von zunächst 49 DM über 35 DM im Jahr 1999 auf 20 DM im Jahr 2000 sinken.Wettbewerbsrechtlich überprüfen will die Behörde, ob die Telekom bei der Überlassung von Teilnehmeranschlüssen den Wettbewerb unzulässig verzerrt.Behördenpräsident Scheurle will durch Genehmigung von digitalem Richtfunk die Ortsnetze schneller dem Wettbewerb öffnen.

Unterdessen hat das Stuttgarter Telekommunikations-Magazin "Connect" entdeckt, daß Verbindungen per Call-by-Call über die neuen Anbieter unter bestimmten Bedingungen als Telekom-Gespräche in Rechnung gestellt werden.Dieser Fall könne dann eintreten, wenn vor und während des Telefonats Funktionen wie "Rückruf bei Besetzt" oder "Rufnummernunterdrückung" aktivierte werden, heißt es in der Juli-Ausgabe der Zeitschrift.Obwohl die Verbindung scheinbar regulär über den Alternativ-Anbieter zustande komme, werde sie zu den teilweise erheblich höheren Tarifen der Telekom abgerechnet.Davon seien sowohl analoge als auch ISDN-Anschlüsse betroffen, schreibt das Blatt.

Nachfragen bei Mannesmann Arcor, Mobilcom, Deutscher Telekom und SEL Alcatel als Hersteller von Telekom-Vermittlungsanlagen hätten die Ursachen des Problems nicht eindeutig klären können, heißt es in dem Bericht weiter.Alle Beteiligten hätten aber versichert, bereits fieberhaft an einer Lösung zu arbeiten.

Um mehr Wettbewerb im Ortsnetzbereich zu bekommen, will die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post den digitalen Netzfunk im Ortsnetzbereich zulassen.Scheurle sagte der "Bild am Sonntag", neue Anbieter könnten damit über Funk ein Ortsnetz mit derselben Qualität betreiben, wie man sie bisher nur von den Kupferkabeln der Deutschen Telekom her kenne.Damit werde es auch im Ortsnetz zum Preiskampf zwischen der Telekom und ihren Konkurrenten kommen, sagte Scheurle.Der Kunde könne auf das neue System ohne Änderung der Telefonanlage im Haus umsteigen.Nur außen an der Hauswand müsse ein Empfänger installiert werden.Die ersten Anträge für das neue System lägen bereits vor.

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