Wirtschaft : Reifenkonzern Continental: Vorstandswechsel legt den Konzernumbau auf Eis

Ausgerechnet im Saal "Illusion" wollte Continental-Chef Stephan Kessel am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt über die Lage des Reifenkonzerns und Autozulieferers informieren. Dazu kam es nicht mehr: Der Vorstandsvorsitzende der Continental AG verließ am Dienstagabend überraschend das hannoversche Traditionsunternehmen. Hinter den als Grund angeführten "unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung" steckt der geplatzte Verkauf der hoch profitablen Tochter Contitech. Der neue Spitzenmann Manfred Wennemer steuert nun um, will "neue Akzente setzen", hieß es am Mittwoch.

Im Klartext bedeutet das: Der vom Betriebsrat ohnehin kritisierte Verkauf im Milliardenwert wird gestoppt. Doch damit bleibt der Konzern mitten im von Kessel voran getriebenen Umbau vom reinen Reifenproduzenten zum Zulieferer hochwertiger Bremselektronik und Chassiskontrollsysteme auf einem Schuldenberg sitzen. Die Zinslast von rund 200 Millionen Euro drückte schon 2000 das Ergebnis erheblich.

Zum Schuldenstand von mehr als 2,2 Milliarden Euro unter anderem durch den Kauf des Bremsenspezialisten Teves kamen in diesem Jahr mehr als 600 Millionen Euro für die Übernahme der Daimler-Chrysler-Tochter Temic hinzu. Entlastung sollte der Verkauf der Contitech bringen, doch angesichts absackender Finanzmärkte klafften offenbar beim Preis die Vorstellungen zwischen Conti und der US-Gruppe Carlyle oder der schwedischen Industri Kapital auseinander.

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