Wirtschaft : Reines Gewissen

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Mehr als vierzig Agenturen weltweit versprechen Fluggästen eine klimaneutrale Reise. Die bekannteste deutsche ist die gemeinnützige GmbH Atmosfair . Der Kunde kann auf der Webseite Abflug- und Zielflughafen seiner Flugreise eingeben. Ein Emmissionsrechner berechnet dann die Menge an CO2 und den Betrag, der nötig ist, um die Emissionen an anderer Stelle in Klimaschutzprojekten einzusparen. Für einen Flug von Berlin nach Mallorca und zurück sind etwa 18 Euro pro Fluggast fällig. Wie bei der Schweizer Agentur Myclimate und bei der britischen ClimateCare gehen diese Gelder ausschließlich an konkrete Klimaschutzprojekte. Gefördert werden etwa Solar - und Wasserkraftanlagen in Entwicklungsländern.

Atmosfair geht es nicht um den Ablasshandel mit dem grünen Gewissen. Klimahandel sei nur die zweitbeste Lösung, der beste Klimaschutz sei immer noch, Flugreisen zu vermeiden, heißt es auf der Internetseite.

Andere Agenturen arbeiten mit dem Handel von Emissionszertifikaten oder versprechen, die freigesetzte Menge CO2 durch Aufforstung zu kompensieren. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace sehen Aufforstungen jedoch kritisch: Der gewünschte Effekt tritt erst Jahrzehnte nach dem Flug ein, zudem sei nicht garantiert, dass die Wälder bis dahin auch wirklich stehen bleiben. Mit einer Vignette der Agentur Climate Company können auch Autofahrer klimaneutral fahren. Die Agentur kompensiert den CO2-Ausstoß des Fahrers mit dem Handel mit Emmissionsrechten – etwa dann, wenn der Schlot einer alten Fabrikanlage stillgelegt wird. Je nach Laufleistung und Schadstoffklasse des Autos werden jährlich zwischen 70 Euro und 270 Euro fällig. ahe

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