Wirtschaft : Reise-Buchungen bei Thomas Cook legen wieder zu

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Die Buchungslage bei Thomas Cook, dem zweitgrößten europäischen Reisekonzern, normalisiert sich allmählich. "Wir liegen für den Sommer wieder auf dem Niveau des Vorjahres", sagte Vorstandssprecher Stefan Pichler am Donnerstag in Mainz. Der bis Januar aufgelaufene Buchungsrückgang werde bis zum kommenden Winter sukzessive aufgeholt. Im Geschäftsjahr 2001/2002, das Ende Oktober abgeschlossen wird, will Pichler das Ergebnis halten, auch wenn der Umsatz leicht sinken werde.

Thomas Cook, der vor der Fusion mit dem britischen Reiseanbieter noch C&N Touristic hieß, mochte keine Gewinnprognose abgeben. Das sei noch nicht möglich, weil unklar sei, wie die Flug- und Hotelkapazitäten bis zum Sommer wieder aufgestockt würden. Mit dem Ergebnis der ersten drei Monate ist Pichler zufrieden: Die Zahl der Gäste sank um 21 Prozent auf 1,1 Millionen, der Umsatz reduzierte sich um 13 Prozent auf 700 Millionen Euro, das Ergebnis lag mit einem Verlust von 126 Millionen Euro auf Vorjahreshöhe. "Unsere Margen sind stabil", versicherte Pichler. Angesichts der traditionell schwachen Wintersaison sind die Verluste bei Thomas Cook am Jahresanfang normal.

Nach Ansicht von Pichler zahlt sich aus, dass das Unternehmen nach den Terroranschlägen in den USA und den deutlichen Buchungsrückgängen schon im Oktober ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet hat. Seitdem wurden die Hotelkapazitäten um 17 Prozent abgebaut, Flugzeuge stillgelegt und bis Ende Januar rund 2000 der knapp 29 000 Arbeitsplätze abgebaut. Insgesamt will Thomas Cook rund zehn Prozent der Jobs streichen. Sollte sich die Buchungslage verbessern, könnte dies nicht in vollem Umfang umgesetzt werden, sagte Pichler. Für den Thomas Cook-Chef steht auch fest, dass sein Unternehmen keinen Preiskrieg anzetteln wird, um mehr Buchungen hereinzuholen. Insgesamt beobachtet man bei Thomas Cook ein verändertes Reiseverhalten seit dem 11. September: Die Nachfrage nach Reisen mit Auto, Bus oder Bahn innerhalb Deutschlands und etwa nach Frankreich ist deutlich gestiegen. Bei Flugreisen waren im letzten Sommer und Herbst vor allem Bulgarien und die Türkei stark gefragt.

Durch die Fusion C&N-Thomas Cook sei das Unternehmen endgültig zu einem europäischen Reiseveranstalter mit einer starken Position in Großbritannien und in den Beneluxländern geworden, sagte Pichler. Der Umsatzanteil Deutschlands ging von 75 auf gut 50 Prozent zurück, Großbritannien kommt jetzt auf knapp 30 Prozent.

Durch die Übernahme des britischen Reiseveranstalters hat die ehemalige C&N Touristic nicht nur dessen Namen übernommen, sondern ist auch gewachsen und profitabler geworden. Die Zahl der Gäste erhöhte sich von 10,9 auf 14,1 Millionen, der Umsatz kletterte um 58 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich um 290 Prozent auf 92 Millionen Euro.

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