Wirtschaft : Reisebranche erwartet weiter sinkende FlugpreiseAuch Last-Minute-Reisensollen billiger werden

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Berlin (dpa). Die großen deutschen Reisekonzerne gehen davon aus, dass sich der Preiskampf im Flugverkehr noch verschärfen wird. In den kommenden Jahren werde der Markt der Billigflieger in Deutschland stark wachsen, sagte TUI-Vorstandschef Michael Frenzel auf einer Tourismuskonferenz am Montag in Berlin. „Der Markt kommt, ob mit uns oder ohne uns.“ Der Vorstandschef des Konkurrenten Thomas Cook, Stephan Pichler, rechnet mit weiteren Preisnachlässen auch bei Last-Minute-Angeboten für Charter-Urlaub. Auf der eintägigen Konferenz, die vom Bundesverband der deutschen Tourismuswirtschaft veranstaltet wurde, ging es insbesondere um die andauernde Flaute auf dem deutschen Reisemarkt. Infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001, der Euro-Bargeldeinführung und der allgemeinen Konjunkturschwäche sind die Buchungszahlen bei vielen Veranstaltern kräftig zurückgegangen. Wichtiges Thema waren auch die zahlreichen Billigflieger, die den Etablierten Konkurrenz machen.

TUI-Chef Frenzel bekräftigte das Vorhaben, in Kürze mit einer eigenen Billigmarke unter dem n Hapag-Lloyd-Express zu starten. Er verwies auf Studien, wonach es in Deutschland ein Potenzial von 40 Millionen Billig-Fluggästen pro Jahr gebe. Auch der Geschäftsführer der Ferienfluglinie Air Berlin, Joachim Hunold, erwartet steigende Passagierzahlen. Mit einer Reihe von neuen Städteverbindungen steigt Air Berlin in diesem Herbst ebenfalls in den Billigmarkt ein.

Bulgarien schlägt Mallorca

Thomas-Cook-Vorstandschef Pichler verwies darauf, dass in Folge der Konjunkturschwäche die Urlauber stärker auf den Preis achten. Dies mache sich auch bei den Reisezielen bemerkbar. „Bulgarien schlägt Mallorca“, sagte Pichler. Zugleich warnte er davor, die Urlaubsreisen zu verramschen. „Wir dürfen keine Branche von Discountern werden.“ Es werde gewiss aber „noch aggressivere Last-Minute“ geben. Von der künftigen Bundesregierung verlangte die Reisebranche mehr Investitionen in die Infrastruktur. Der Präsident des Bundesverbandes, Klaus Laepple, verwies auf Prognosen, wonach der Verkehr in den kommenden Jahren deutlich zunehmen werde. Höhere Investitionen dienten letztlich auch der Umwelt, die durch Staus weit stärker belastet werde als durch fließenden Verkehr. Nach Verbandsangaben sind in der deutschen Tourismusbranche derzeit 2,8 Millionen Menschen beschäftigt.

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