Wirtschaft : Reisekonzerne müssen zurückstecken

Der schlechte Start in die Wintersaison hinterlässt bei den Tourismuskonzernen immer tiefere Spuren. Europas größter Reiseveranstalter TUI vereinbarte mit dem Betriebsrat für die 2000 Mitarbeiter vier Tage weniger Arbeit und entsprechend weniger Bezahlung in diesem Jahr. Außerdem ist ein Abschlag von bis zu 40 Prozent beim Weihnachtsgeld möglich. Der drittgrößte Reise-Konzern in Deutschland, die Rewe Touristik, rechnet für die Pauschalreisetöchter nicht mehr mit einem Umsatzzuwachs im laufenden Jahr.

Bei der TUI Deutschland GmbH, die zum weltgrößten Tourismuskonzern Preussag gehört, verzichten außerdem die übertariflich bezahlten Mitarbeiter auf Gehaltssteigerung von 2,4 Prozent zum 1. Mai. Im Gegenzug gibt die TUI eine Arbeitsplatz-Garantie bis Ende des Jahres. Bis Ende 2004 sollen außerdem mindestens 80 Ausbildungsplätze erhalten bleiben und eine Übernahme für diese Mitarbeiter garantiert werden.

Auch wenn die zum Kölner Rewe-Konzern gehörenden Pauschalreiseveranstalter nicht mehr mit steigenden Umsätzen rechnen, werde man sich nicht an "breit angelegten Preisschlachten beteiligen", sagte der Rewe-Vorstandsvorsitzende Hans Reischl am Mittwochabend in Köln. Es gebe keinen Anlass für hektisches Krisenmanagement. Die Buchungszurückhaltung treffe branchenweit vor allem Deutschlands beliebtestes Massenziel Mallorca. Es gebe Einbrüche zwischen 28 und 32 Prozent zum Vorjahr.

Rewe hatte bereits Anfang des Jahres neue Preise für Ziele in Nordafrika festgesetzt und einen Sonderkatalog "Family Spanien" aufgelegt. "Weitere Aktionen sind nicht geplant", hieß es. Vor einigen Tagen hatte die TUI Preisnachlässe von bis zu 400 Euro für Familien angekündigt. Der ebenfalls zum Preussag-Konzern gehörende Veranstalter 1-2-Fly hatte schon zuvor seine Preise zum Teil deutlich nach unten gesetzt. Auch die Thomas Cook-Tochter Neckermann überwirbt Familien mit einem so genannten Kindergeld von 100 Euro.

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