Wirtschaft : Rekorde auf dem Fondsmarkt

HERMANN KUTZER (HB)

Das dritte Quartal könnte für die hausseverwöhnten Börsianer "holpriger" verlaufen, befürchtet Aktienexperte Udo Behrenwaldt.Grund: Großanleger disponieren jetzt erst einmal vorsichtiger, und daraus ergibt sich für die Märkte ein gewisses Risiko.Der Geschäftsführer der DWS Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen mbH, Frankfurt (Main), gibt sich trotz des Domino-Effekts in den Emerging Markets für die Aktienanlage aber nicht besonders besorgt.Das Zinsumfeld werde weiter günstig bleiben.

"Eine lange befürchtete Zinserhöhung in den USA ist jetzt völlig auszuschließen", assistierte Geschäftsführungskollege Axel-G.Benkner auf einem Presseworkshop in Zürich.Die europäischen Zinsen könnten auf einem niedrigeren Niveau ins Euro-Zeitalter starten als erwartet worden war.Stärkere Schwankungen seien nun im Dollar/DM-Handel zu erwarten; bei der DWS sieht man eine Spanne von 1,65/1,85 DM.

Die Fondsgruppe der Deutschen Bank wies darauf hin, daß die Investmentbranche weltweit im ersten Halbjahr 1998 Rekordzuflüsse verzeichnen konnte.Die Asienkrise dämpfte die Entwicklung bislang lediglich.Insgesamt ist das weltweite Anlagevermögen der Publikums-Wertpapierfonds um 16,7 Prozent auf umgerechnet 14,4 Billionen DM "eher noch beschleunigt" gegenüber 1997 gestiegen.Bei den Aktienfonds (einschließlich gemischter Fonds) ergab sich den Angaben zufolge sogar ein Halbjahresplus von mehr als 37 Prozent auf 8,8 Billionen DM.Das Gewicht der Aktienfonds in den Portfolios habe in fast allen Ländern zugenommen.

Die DWS geht davon aus, daß mit zunehmender Änderung der Anlegermentalität sowie der Anpassung der gesetzlichen Regularien die Nachfrage nach "gemanagten" Anlageformen weiter wachsen wird.Zudem dürfte die Einführung einer einheitlichen Währung in Europa die Möglichkeiten der Fondsanlage "erheblich" erweitern.

Zu den attraktiven Plätzen für die Fondsbranche zählt die Schweiz - nicht etwa, weil man auf den Franken als "Fluchtwährung" setzen würde.Bei einem guten Euro-Start könnte er vielmehr zu einer Parallelwährung werden, glaubt Siegfried Breitling, Geschäftsführer der DWS Investment (Schweiz) AG.Rund 35 Prozent der mobilen Vermögen weltweit sind in der Schweiz angelegt.Das dort verwaltete Vermögen betrug Ende vergangenen Jahres ungefähr 3000 Mrd.Franken.

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