Wirtschaft : Rekordergebnis beim Stromversorger RWE

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Deutschlands größter Stromversorger, die Essener RWE AG, konnte seine Profitabilität im neuen Geschäftsjahr deutlich erhöhen. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, habe sich das Betriebsergebnis im ersten Quartal (1. Juli bis 31. September) des verkürzten Geschäftsjahres 2001 um knapp 38 Prozent auf 903 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert. Auch der Konzernumsatz wurde in dieser Zeit um rund 22 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro gesteigert. Für eine bessere Vergleichbarkeit hat RWE in die Vorjahreszahlen die Ergebnisse des übernommenen Energieunternehmens VEW einbezogen, die vor einem Jahr noch nicht ausgewiesen waren.

Zu der Ergebnisverbesserung hat nach RWE-Angaben vor allem das Wassergeschäft beigetragen. Obwohl der Umsatzanteil bei nur vier Prozent liege, leiste die Wassersparte einen Anteil am Konzernergebnis von 23 Prozent. Das dafür verantwortliche britische Unternehmen Thames Water gehört seit einem Jahr zum RWE-Konzern. "Wasser wird in Zukunft einen noch größeren Beitrag zum Konzernergebnis liefern", teilte Vorstandschef Dietmar Kuhnt in einem Brief an die Aktionäre mit. Die geplante Übernahme des größten privaten amerikanischen Wasserversorgers American Water Works (AWW) werde dazu beitragen, das profitabelste Unternehmen im weltweiten Wassermarkt zu werden.

Kuhnt gehe davon aus, dass die US-amerikanische Tochter das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) innerhalb der nächsten drei Jahre um jährliche zehn Prozent steigern werde. Wegen der komplizierten Bestimmungen bei der Übernahme von Versorgern in den USA - allein 22 Bundesstaaten müssen dem Kauf von AWW zustimmen - wird der Abschluss frühestens Ende nächsten Jahres erfolgen. Marktexperten rechnen in der Folgezeit mit weiteren Akquisitionen auf dem US-Markt, der als sehr profitabel gilt.

RWE hat auch das Kerngeschäftsfeld Strom im ersten Quartal weiter stabilisiert. Obwohl der Stromverbrauch das Vorjahresniveau nicht übertroffen habe, hätten die Preise im Handel weiter zugelegt, teilte der Konzern mit. Insgesamt konnte RWE den Stromabsatz um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. Das führte zu einer Umsatzsteigerung um 23,3 Prozent auf über fünf Milliarden Euro. Trotzdem blieb das Betriebsergebnis mit einem Zuwachs von einem Prozent (auf 406 Millionen Euro) nahezu konstant.

RWE begründete das mit den Belastungen aus der Umsetzung der neuen Energiegesetze (zur Förderung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung) und höherer Brennstoffkosten. Zusätzlich habe eine durch geologische Förderprobleme verursachte Ertragsverschlechterung bei der USBergbautochter Consol das Ergebnis belastet. Aus diesen Gründen werde auch für das gesamte Rumpfgeschäftsjahr ein betriebliches Ergebnis auf Höhe des Vorjahres (947 Millionen Euro) erwartet.

Insgesamt bleibt der Energieversorger aber trotz einer merklich abgekühlten Weltkonjunktur und der "katastrophalen Lage im deutschen Bausektor" - RWE ist mit über 50 Prozent an Hochtief beteiligt - optimistisch. Für das gesamte Rumpfgeschäftsjahr, das wegen der Umstellung auf das Kalenderjahr bereits nach einem halben Jahr am 31. Dezember endet, will RWE die im September veröffentlichten Prognosen einhalten. Der Zuwachs beim Betriebsergebnis solle gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwischen 15 und 20 Prozent liegen. Beim Strom geht RWE von einer Stabilisierung der Preise aus.

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