Wirtschaft : Rekordjahr für Daimler-Lkw

HANNOVER .Mit Umsatz- und Ertragsrekorden wird der Daimler-Benz-Konzern in diesem Jahr sein lange Jahre defizitäres Nutzfahrzeuggeschäft abschließen.Für 1999 wagt der Weltmarktführer wegen der Krisen in Rußland und Asien und der Verunsicherungen in Lateinamerika aber keine Prognose mehr."Obwohl wir mit Sonderschichten an der Kapazitätsgrenze arbeiten, planen wir keine technische Ausweitung der Kapazitäten", sagte Konzernchef Jürgen Schrempp am Dienstag in Hannover.Für das laufende Jahr setzte Daimler-Benz den geplanten Absatz von Lastwagen, Bussen und Transportern ein zweites Mal um 30 000 auf 480 000 herauf.Der Umsatz soll von 39,1 auf 45 Mrd.DM steigen.Die Nutzfahrzeugsparte habe sich dabei "von einem quersubventionierten Kostgänger zu einer Ertragssäule entwickelt", sagte Schrempp.Auch die Zahl der Mitarbeiter sei binnen Jahresfrist bis Mitte 1998 um 7000 oder zehn Prozent gestiegen - allerdings vor allem wegen des Aufbaus der Marke Sterling in den USA.Der Geschäftsbereich, der im ersten Halbjahr 1997 noch neun Mill.DM operative Verluste gemacht hatte, verbesserte den Ertrag mehr als jede andere Sparte und trug im 1.Halbjahr 1998 mit 870 Mill.zum Konzernertrag von 3,8 Mrd.DM bei.Dabei gebe es wegen des Verdrängungswettbewerbs im Logistikgewerbe einen unerbittlichen Preiskampf.

Im kommenden Jahr wird Schrempp zufolge zumindest der wichtige europäische Markt weiter um ein bis zwei Prozent wachsen.Die bisherigen "Zukunftsmärkte" von Osteuropa bis zum Pazifik verlangen laut Daimler allerdings Geduld.In Rußland zu investieren sei derzeit wegen der Rechtsunsicherheit nicht ratsam, sagte Schrempp.In diesem Jahr konnte die türkische Mercedes-Tochter nur 34 Busse nach Rußland verkaufen - nach 700 im Vorjahr.In Indonesien, wo Daimler Lastwagen baut, schrumpfte der Markt von 39 000 im Vorjahr nunmehr auf 4000 Fahrzeuge.

Insgesamt stiegen Umsatz und Absatz der Daimler-Sparte in den ersten sieben Monaten 1998 um je 21 Prozent.Besonders dynamisch wuchs das Geschäft in Nordamerika mit 43 Prozent.Dort habe die Tochter Freightliner Kapazitätsengpässe.

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