Wirtschaft : Renault baut weniger Elektroautos Absatzziel zu ambitioniert BMW verkauft mehr

Paris/München - Die Allianz der Autobauer Renault und Nissan wird ihre Ziele beim Absatz von Elektroautos verfehlen. Der Markt habe sich nicht so entwickelt wie erhofft, räumte der Chef der beiden Hersteller, Carlos Ghosn, in einem Gespräch mit der „Financial Times“ ein. Ursprünglich hatten die beiden Autobauer geplant, bis Ende 2016 rund 1,5 Millionen Elektroautos zu verkaufen. „Das werden wir nicht schaffen“, sagte Ghosn. Bei der Geschwindigkeit, mit der die Entwicklung derzeit voranschreite, werde Renault-Nissan wohl erst vier oder fünf Jahre später dieses Ziel erreichen.

In den vergangenen fünf Jahren war es Renault-Nissan gelungen, über 120 000 E-Autos abzusetzen. Am besten lief der Nissan Leaf, von dem insgesamt 85 000 Stück verkauft wurden. Laut Ghosn ist das Hauptproblem derzeit der langsame Ausbau der notwendigen Infrastruktur. Bislang sind Elektroautos auch deshalb Ladenhüter, weil Ladestationen fehlen.

Von diesem Samstag an verkauft auch BMW sein erstes Elektroauto, den i3. Konkrete Absatzziele hat der Hersteller nicht genannt, 2014 sollen aber mehr als 10 000 Fahrzeuge verkauft werden. Einstweilen läuft das Geschäft der Münchener mit konventionellen Autos sehr gut. Wie die Konkurrenz hat auch BMW im Oktober weltweit mehr Pkw verkauft. 165 851 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, das sind 5,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Konzern am Montag mitteilte. Von Januar bis Oktober wurden insgesamt 1,6 Millionen Autos der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce abgesetzt (plus 7,3 Prozent). Während die Verkaufszahlen in Europa stagnierten, legten sie in Asien und Amerika kräftig zu. Im Rennen um den Spitzenplatz im Premiumsegment behielt BMW knapp die Nase vorn: Von der Kernmarke wurden bis Ende Oktober 1,35 Millionen Wagen verkauft (plus 8,6 Prozent). Audi brachte es auf 1,31 Millionen Autos, Mercedes auf knapp 1,2 Millionen. dpa/rtr

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