Wirtschaft : Renault in Spionageaffäre unter Druck Beschuldigte könnten wieder eingestellt werden

Paris - Nachdem der französische Inlandsgeheimdienst die Spionagevorwürfe gegen drei Manager des französischen Autobauers Renault entkräftet hat, rudert die Firmenspitze zurück. Renault- Vize Patrick Pélata sprach in der Zeitung „Le Figaro“ von „einigen Elementen“, die in der Spionageaffäre Zweifel aufkommen ließen. Falls das Unternehmen einer Manipulation aufgesessen sei, versprach Pélata, die entlassenen Führungskräfte wieder einzustellen. „Renault wird sehr darauf achten, jede Ungerechtigkeit wieder gutzumachen.“

Der Generaldirektor räumte ein, dass es ein Fehler war, nicht gleich zu Beginn der Untersuchungen den Inlandsgeheimdienst (DCRI) einzuschalten. Dessen Ermittler hatten mitgeteilt, keine Spur von Spionage bei Renault gefunden zu haben. Die Konten in der Schweiz und Liechtenstein, auf die das Geld für die Weitergabe der Informationen zum Elektroauto geflossen sein soll, gebe es nicht. Stattdessen sprach der DCRI von einer internen Abrechnung.

Die drei Manager waren in einem anonymen Schreiben beschuldigt worden, Informationen zum E-Auto ins Ausland verraten zu haben. In Presseberichten war von einer Spionage für China die Rede, was die chinesische Regierung energisch dementierte.

Die Affäre zieht nun auch den Zorn der französischen Regierung auf sich. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde drohte dem Konzern am Freitag mit Konsequenzen, sollte sich herausstellen, dass die Spionage-Vorwürfe gegen Mitarbeiter aus der Luft gegriffen seien. „Was heute zählt, ist die Wahrheit ans Licht zu bringen“, sagte die Ministerin in einem Interview des Radiosenders RMC. Wenn sich der Verdacht als unbegründet erweise, müsse Schadenersatz gezahlt werden. Der Staat hält einen 15-prozentigen Anteil an Renault. AFP/rtr

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