Wirtschaft : Renault verhandelt mit Samsung , Ford und GM wollen Daewoo

In Südkorea laufen Verhandlungen zur Übernahme angeschlagener Autoproduzenten auf Hochtouren. Neben den US-Riesen General Motors und Ford, die um den Kauf von Daewoo Motor buhlen, hat der französische Autokonzern Renault die Fühler im Land ausgestreckt. Er verhandelt mit der südkoreanischen Samsung-Gruppe über die Übernahme von deren angeschlagener Autosparte. Ein Sprecher der Samsung Motor Inc in Seoul bestätigte am Mittwoch - wie vortags schon Renault - dass beide Seiten Gespräche über den Kauf oder die teilweise Übernahme des Autoherstellers führten. Die ausländischen Unternehmen wollen durch einen Zukauf in Korea ihre Position auf dem asiatischen Markt stärken. Die Verhandlungen über den Verkauf der Samsung-Produktionsstätte in Pusan im Süden des Landes laufen nach Angaben eines Sprechers seit Ende Dezember. Renault erwarte innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate eine Entscheidung. "Samsung verhandelt exklusiv mit Renault." Der Mischkonzern Samsung hatte im Dezember seine Absicht zum Verkauf der Autotochter an ein ausländisches Unternehmen bekräftigt. Ende Juni des vergangenen Jahres beantragte der Konzern Gläubigerschutz für den mit etwa 4,3 Billionen Won (7,9 Milliarden Mark) verschuldeten Autohersteller. Renault ist auch an dem japanischen Autokonzern Nissan mit 36,8 Prozent beteiligt.

Samsung produziert erst seit Anfang 1998 eigene Autos. Die Fertigung wurde jedoch auf Grund finanzieller Schwierigkeiten der Tochter Ende 1998 eingestellt. Ende Oktober des vergangenen Jahres hatte Samsung Motor die Produktion für drei Monate wieder aufgenommen, nachdem die Gläubiger dem Unternehmen neue Kreditlinien eingeräumt hatten. Nach Angaben Samsungs werden seitdem pro Monat nur noch 2000 Autos produziert. Die Fabrik in Pusan verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 180 000 Einheiten.

Den Vermögenswerten von Daewoo Motor in Höhe von 12,6 Billionen Won (umgerechet 21,6 Milliarden Mark) stehen einer jüngsten Betriebsprüfung zufolge 18,6 Billionen Won Schulden gegenüber. Die koreanischen Kreditgeber hatten im November einen Sanierungsplan für das Unternehmen gebilligt. Dagegen ist die Rückzahlungsquote für die rund 200 ausländischen Daewoo-Kreditgeber strittig. Zu Gesprächen über den Verkauf von Daewoo Motor trafen am Mittwoch Ford-Manager in Seoul ein.

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