Wirtschaft : Renovieren mit Anleitung

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Mit Betriebswirtschaft, Marketing und Werbung kannte sich Edgar Müller kaum aus, als er 1991 seinen Betrieb gründete in Bad-Brückenau zwischen Würzburg und Fulda. Schließlich ist er Zimmermann und Restaurator mit Meisterbrief, aber kein Buchhalter. „Wir waren eine ganz normale Zimmerei“, sagt er – eine Zimmerei, die so ziemlich jeden Auftrag annahm, Hauptsache, er brachte Geld in die Kasse. „Doch der Kostendruck hat immer weiter zugenommen“, sagt Müller.

2002 entschied er sich umzusteuern und schloss sich dem Franchise-System „Einfach. Alles. Sicher.“ (EAS) an. Das Franchisesystem hat mittlerweile 47 Mitglieder und wurde 1997 ausgezeichnet mit dem Marketingpreis des deutschen Handwerks. Die EAS-Leute beraten die Betriebe bei Buchhaltung und Marketing und helfen ihnen, sich zu spezialisieren: auf die Modernisierung von Häusern. Nicht umsonst: Heute kostet die zweitägige Einführung 1500 Euro, die monatliche Gebühr 300 Euro, hinzu kommen halbjährliche Treffen und der Werbeetat.

„Heute habe ich eine klare Vorstellung von der Zielgruppe“, sagt Müller. Durch das Arbeiten mit Checklisten laufe alles koordinierter ab. Sein Konzept: alles aus einer Hand. „Ein Bauherr hat nur noch mich als Ansprechpartner.“ Er koordiniert Zulieferer und Dienstleister wie Fliesenleger oder Glaser. Seither gehe es aufwärts mit dem Geschäft: „Meine Leistung wird wieder ordentlich bezahlt.“ Vier Gesellen arbeiten für ihn, der Umsatz steigt. Als Nächstes will Müller in Ausstellungsräume investieren. Der Kunde wolle schließlich sehen, was er eingebaut bekomme – auch das haben ihm die EAS-Leute beigebracht. otr

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